Beste Stimmung in Gomagoi (v.l.): Maria Herzl, Karl Pinggera, Bruder des Autors, Werner Platzer, Raika Prad-Taufers, Roland Angerer, Gerd Klaus Pinggera, Wolfgang Paulmichl und Hartwig Tschenett.
Liedermacher Ernst Thoma gestaltete die Buchvorstellung.
Gerd Klaus Pinggera signierte für Toni Bernhart, rechts Werner Platzer, ein Zeitzeuge.

Zeitenwende im Bergdorf

Stilfser Geschichte als foto-historischer, ethnografischer Essay.

Publiziert in 1 / 2020 - Erschienen am 14. Januar 2020

Gomagoi - Dass so viele ansässige, ausgewanderte und zugezogene Stilfser zu einer Buchvorstellung kommen würden, darüber staunte am meisten Bürgermeister Hartwig Tschenett. Mit ihm waren Vize-Bürgermeister Franz Heinisch, die Gemeinderäte Roland Angerer und Roland Brenner –letzter in der Rolle des Moderators – und etwa 100 Interessierte in den E-Werk-Saal von Gomagoi geströmt. Es wurde ein Heimkehrer-Treffen, ein Volkstumsabend und eine Buchpräsentation gleichzeitig, als Liedermacher Ernst Thoma – mit Wurzeln in „Stilfserbrugg“ – den Abend mit „Korrnerliedern“ eröffnete. Der abgewanderte Stilfser Ludwig Paulmichl, Verlagsleiter des Folio-Verlages, führte in die Zusammenarbeit zwischen Verlag und Autor ein und erklärte die Vorgangsweise von Gerd Klaus Pinggera in seinem neuesten Werk „Stilfs Zeitenwende im Bergdorf“. Neu sei, dass sich Pinggera diesmal in Form eines Essays den letzten 200 Jahren seines Heimatdorfes genähert habe. „Pinggera ist nicht der allwissende Historiker, sondern hat sich gefragt, wie man Entwicklungen in einem Buch lebendig machen kann. Das war die Grundidee“, erklärte Paulmichl. Autor Pinggera wurde von Roland Brenner als „akribischer Arbeiter“ vorgestellt, der entschlossen war, seine Forschungsergebnisse nicht Fachleuten zur Verfügung zu stellen, sondern den Menschen in „unserem Dorf“. „Es ist kein Fach- oder Sachbuch entstanden, sondern ein Buch für uns, in das ich mit persönlichen Reflexionen einführen wollte“, merkte Pinggera an und dankte dem Roland Angerer „für die Initiative im Gemeinderat“. Das Werk mit 277 Seiten und über 300 Bildern eröffnet Pinggera mit einem „Exkurs“ über Stilfser und Stilfserinnen, für die der Begriff „Aufbruch“ immer ein Schlüsselwort sei. Im Abschnitt „Spuren“ erklärt der Autor, warum das „Entdecken der Umwelt zum Forschen der Zukunft“ wird. Die Umwelt oder das, was da ist, setzt Pinggera durch seine Quellen in Form von Zeitungsberichten, durch das „SS-Ahnenerbe“, eine Kriegschronik, eine Dorfchronik, durch Zeitzeugen und durch die Fotografien von Anton Hofer (1918-1975) in Szene. Das Buch ist im Folio-Verlag erschienen und wurde von der Gemeinde Stilfs, der Deutschen Kulturabteilung der Südtiroler Landesregierung, der Raiffeisenkasse Prad-Taufers und den Seilbahnen Sulden finanziell getragen. 

Günther Schöpf
Günther Schöpf
Vinschger Sonderausgabe

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