Aussicht von oben

Die Schröfwand im Schnalstal

Publiziert in 22 / 2008 - Erschienen am 11. Juni 2008
Nachdem bereits sonnige Wochenenden ins Land gezogen sind, ist es nun Zeit für einen zweiten Wandertipp. Unsere Auswahl fiel auf die Schröfwand, einerseits weil sie wenig begangen ist, andererseits sicherlich für einige Vinschger-Leser eine Neuentdeckung darstellt. Ihr Anstieg ist anspruchsvoll, weil steil, aber der Weg ist durchgängig markiert und gut zu begehen. Direkt vom Parkplatz geht es Richtung Tisenhof. Alsbald verlassen wir die Spuren Ötzis und biegen von der geteerten Hofstraße nach rechts ab. Zuerst folgen wir einem Gras bewachsenen Weg, der Tal auswärts führt, später geht es in Serpentinen höher. Sobald der Wald verlassen wird, schlängelt sich der Weg, vorbei an einem verfallenen Unterstand, deutlich steiler in Richtung Senke links vom Gipfelaufbau. Das Gipfelkreuz wirkt nah, aber es sind noch einige Höhenmeter und Wegbiegungen zu bewältigen. Von der Senke zieht sich rechts der leicht begehbare Gipfelgrat zum Kreuz hoch, das nach einer halben Stunde erreicht ist (insgesammt ca. 2,5 - 3 Std.). Der Abstieg erfolgt entweder über den Hinweg oder alternativ über den markierten Weg, die steile Südflanke hinab zum Gfallhof, weiter über den Mitterhof nach Unser Frau und dem Weg Nr. 15 hochsteigend zurück zum Ausgangspunkt (langatmig) (2 Std.). Sehenswert ist das Leiterkirchl am See. Seine Ursprünge gehen auf das 16. Jahrhundert zurück, wo es mithilfe des Heiligen Johannes von Nepomuk den Leithöfen in Vernagt geistlichen Schutz vor dem Leiterbach bot. Sieben Höfe mussten beim Stauseebau in den 1950er und 1960er Jahren weichen, mit ihnen auch das Leiterkirchlein mit seinem historisch interessanten Renaissancealtar, unlängst restauriert vom Landesdenkmalamt. Auf Initiative eines Komitees wurde 1988 der Wiederaufbau in Angriff genommen, 1996/97 in Form eines modernen Kirchleins realisiert, finanziert durch den Stausee-Betreiber Etschwerke. Der Altar mit einigen Statuen fand darin seinen neuen Platz. Heute kann man bei niedrigem Wasserstand einen Teil des Turms am Seegrund erkennen. Ausgangspunkt: Parkplatz am Ostufer des Sees Einkehrmöglichkeiten: Gasthöfe rund um den Vernagtstausee Gehzeit: 5 - 6 Std. Höhenmeter: 1240 m Kondition: gute ­Kondition, Trittsicherheit Sehenswert: Das restaurierte Leiterkirchl am See (ausführliche Informationstafel)
Andrea Kuntner
Andrea Kuntner

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.