„Die SEL AG ist sehr schwerfällig und zentralistisch“
Publiziert in 41 / 2010 - Erschienen am 17. November 2010
Schlanders – Ungewöhnlich harsche Töne gegen den Partner SEL AG fand bei der jüngsten Sitzung des Schlanderser Gemeinderates Bürgermeister Dieter Pinggera. Partner deshalb, weil die Landesenergiegesellschaft SEL AG zu 49 % an der Fernheizwerk Schlanders GmbH beteiligt ist. Diese GmbH wurde im Dezember 2005 gegründet. Die Gemeinde Schlanders hält mit 51 % knapp die Mehrheit. Die Diskussion ins Rollen gebracht hatte Erhard Alber von der Süd-Tiroler Freiheit, der wissen wollte, wann die Fraktion Göflan endlich an das Fernwärmenetz angeschlossen wird. Eine Antwort darauf konnte Pinggera nicht geben. „Wir warten seit Wochen vergeblich auf Antworten der SEL AG“, so der Bürgermeister. Die SEL sei ein „äußerst schwerfälliger und zentralistischer Apparat.“
Er hoffe, dass ehestens Informationen eintreffen. „Wir wollen wissen, wie der wirtschaftliche Gesamtzustand ist, wir wollen Transparenz, damit wir den Bürgern reinen Wein einschenken können, und wir wollen einen Zeitplan für die noch auszuführenden Wärmeanschlüsse,“ so der Bürgermeister.
Das Jahr 2008 hatte Günther Bernhart, Mitglied des Überwachungsrates, im November 2009 als das schwierigste Betriebsjahr in der Geschichte der Fernheizwerk Schlanders GmbH bezeichnet. Schwer zu Buche schlug 2008 die Zinslast für die Verbindlichkeiten. Die Schulden beliefen sich zum Stichtag 31. Dezember 2008 auf 24,3 Millionen Euro, sodass in diesem Jahr 761.000 Euro an Passivzinsen gezahlt werden mussten. Abgeschlossen wurde das Betriebsjahr 2008 mit einem Defizit von 648.658 Euro.
Die Zahlen des Jahres 2009 wurden dem Gemeinderat bisher noch nicht offiziell vorgelegt.
Josef Laner