Carmen Gamper (links) und Elisabeth Viertler

„Kinder heilend begleiten“

Publiziert in 12 / 2009 - Erschienen am 1. April 2009
Mals – Um das Thema „Kinder heilend begleiten“ ging es kürzlich bei einem Vortrag im Seniorenraum von Mals. Carmen Gamper aus Morter, die bereits seit drei Jahren in San Francisco (USA) lebt, hat darüber mehr als zwei Stunden berichtet. Sie ist Beraterin für Schulen und Familien, die selbständiges Lernen für ihre Kinder sicher und liebevoll ermöglichen wollen. Viele Mütter, einige Väter, Lehrerinnen und Kindergärtnerinnen waren nach Mals gekommen. Parallel zum Vortrag stellte Gamper ihr gleichnamiges Büchlein „Kinder heilend begleiten“ vor. Ihre Theorien stammen im Allgemeinen von Reformpädagogen und Pädagoginnen, wie es etwa Maria Montessori war. Montessori wurde 1870 in Chiaravalle bei Ancona in den Marken geboren. 1896 promovierte sie zum Doktor der Medizin. 1952 starb sie in Holland. „Unser Körper ist das Maß aller Dinge“, zitierte sie die Pädagogin. Die Kinder sollten spielend lernen, liebevolle Aufmerksamkeit genießen und ihre spontane Neugier sollte genährt werden, sagte Gamper unter anderem. In einem Kurzfilm wies sie auf die Naturmaterialien hin, mit denen Kindern basteln und spielen sollen. „Autonomes Lernen lässt Kinder nicht nur aufblühen, sondern es heile auch besonders scheue und verhaltensgestörte Kinder“, fügte Gamper an. Die Mütter hätten dann mehr Freiraum, wenn die Kinder selbständig seien. Sie betonte zum Beispiel, dass die Lernumgebung ohne Gefahren sein müsse. Es sei auch sinnvoll, etwa in der Küche etwas zum Spielen zu haben. Denn, wo sich die Mama aufhält, dort sind auch die Kinder. Beim Aufräumen sollen die Mütter ihre Kinder fragen: Darf ich dir helfen aufzuräumen?“ und nicht mit dem Befehlston „Du musst aufräumen“. Kinder sollen aktiv sein in einer kinderfreundlichen Umgebung. Auch die emotionale Sicherheit sei bedeutend. Es sei wichtig, Grenzen zu setzen. Die Erwachsenen sollten sich in die Kinder hineinversetzen und auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen, soweit als möglich. „Im täglichen Leben sei das größte Geschenk einfach für das Kind da zu sein!“, sagte Gamper. „Die erste Medizin für Kinder sind die Eltern“, fügte Elisabeth Viertler, Kinderärztin und Homöopathin in Mals, hinzu, die Gamper seit 2004 kennt und die Idee für den Abend in Mals hatte. Grußworte sprach Sibille Tschenett vom Bildungsausschuss Mals, der Veranstalter des Abends. Nähere Auskünfte über Carmen Gamper und ihre Tätigkeit im Internet (www.NewlearningCulture.com).
Daniela di Pilla
Daniela di Pilla
Vinschger Sonderausgabe

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