Brücken bauen
Weltweit und regional. Weltladen Latsch feiert 10-jähriges Bestehen. Freiwillige im Mittelpunkt – mit Leidenschaft und Herz
LATSCH - „Unsere Kundinnen und Kunden sind Konsumenten, die mit jedem Einkauf eine Botschaft senden. Euer Vertrauen bestärkt uns in unserer Arbeit und motiviert uns jeden Tag aufs Neue“, unterstrich Richard Theiner, der Obmann des Weltladens Latsch am 10. September bei der Jubiläumsfeier vor zahlreichen Besucher/innen und Ehrengästen, darunter u. a. der Pionier des fairen Handels in Südtirol, Rudi Dalvai, Alt-Landeshauptmann Luis Durnwalder, die Koordinatorin der Südtiroler Weltläden, Brigitte Gritsch, Raiffeisenverband-Obmann Herbert Von Leon, Raika-Latsch-Direktor Gerhard Rinner, BM Mauro Dalla Barba sowie die Referentinnen Gerda Gunsch und Maria Kuppelwieser. Vor 10 Jahren – am 10. September 2015 – war der Weltladen eröffnet worden, als Genossenschaft ist das Geschäft nicht auf Gewinn ausgerichtet. Es geht seit jeher um mehr. „Wir unterstützen faire Arbeitsbedingungen, nachhaltige Produktion und menschenwürdige Lebensverhältnisse weltweit“, betonte Theiner. Er bedankte sich bei den Gründungs- und Verwaltungsratsmitgliedern: „Ohne euren Mut, eure Visionen und eure Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, gäbe es den Weltladen Latsch in seiner heutigen Form nicht.“ Der Weltladen Latsch, nach wie vor der einzige im Vinschgau, gehe seit jeher einen besonderen Weg. „Wir wollten von Anfang an auch Produkte aus unserer Gegend anbieten“, so der Obmann. Vor 10 Jahren sei es ungewöhnlich gewesen, dass ein Weltladen neben Produkten aus Lateinamerika, Afrika und Asien auch Lebensmittel und Handwerkskunst aus Südtirol anbietet. „Das Prinzip des Fairen Handels gilt für uns weltweit, aber auch regional“, so Theiner. Es gelte auch, die kleinen Südtiroler Produzenten mit fairen Preisen zu unterstützen. Dies sei heute wichtiger denn je.
Ort der Begegnung
Das Herzstück des Weltladens seien seit jeher die Freiwilligen. „Mit eurer Zeit, eurem Engagement und eurer Leidenschaft macht ihr aus dem Laden eine lebendige Gemeinschaft, die weit mehr bietet als Produkte: Hier entstehen Gespräche, Verständnis und echte Verbindung. Danke für euren unermüdlichen Einsatz, eure Ideen und euer Vertrauen“, unterstrich Theiner. Ohnehin sei der Weltladen Latsch zu einem Ort der Begegnung geworden. Ein großer Dank gehe auch an Dolores „Dolly“ Stecher. „Seit der Gründung des Weltladens bis zum letzten Jahreswechsel war Dolly die Verantwortliche und hat mit viel Umsicht ein tolles Team von Freiwilligen aufgebaut“, blickte Theiner zurück. Seit Jahresanfang arbeitet Patrick Riedl als Geschäftsführer. „Er hat die Erwartungen, die wir in ihn gesetzt haben, voll erfüllt“, lobte Theiner. Nicht nur im Geschäft tut sich so einiges, sondern auch außerhalb. So finden immer wieder Veranstaltungen statt: Als nächster Höhepunkt steht am 17. Oktober im Kulturhaus Schlanders (20 Uhr) das Musical-Drama „Once we had a dream“ an, das die Realität vieler Kinder und Jugendlicher auf den Philippinen thematisiert: sexuelle Ausbeutung, Kinderhandel, Armut und Umweltzerstörung.
Veränderung sichtbar machen
Auch in den kommenden Jahren gelte es mutig zu bleiben. „Gemeinsam Ideen entwickeln, Projekte umsetzen und Begegnungen schaffen, die Veränderung sichtbar machen“, so der Weltladen-Obmann. In Zeiten großer Umbrüche und Konflikte wolle der Weltladen weiter klare Zeichen für Gerechtigkeit und Solidarität setzen. Man wolle Brücken bauen und Vorurteile abbauen. „Möge unser Weltladen weiterwachsen – durch die Kraft von Gemeinschaft, Solidarität und Verantwortung“, blickte Theiner voraus und bedankte sich bei allen, die die Reise des Weltladens in den vergangenen 10 Jahren begleiteten. „Diese Reise ist noch nicht fertig, wir fahren weiter mit viel Inspiration und Zuversicht“, betonte er.