Die ehemalige Grundschule in St. Martin im Kofel (links im Bild) soll zu einer „funktionalen Feuerwehrhalle“ umgestaltet werden. Die Außen- und Innensanierung der Wallfahrtskirche (rechts) ist für das heurige Jahr vorgesehen.
Der gesamte Gemeindeausschuss „hing in der Luft“ (v.l.): Christian Stricker, Gertraud Götsch, Irmgard Gamper, Maria Kuppelwieser, Mauro Dalla Barba und Manuel Platzgummer.
Gemessen an der Einwohnerzahl war die Beteiligung an der Bürgerversammlung nicht schlecht.
Die Bergbäuerin Erika Kaserer wurde vom Gemeindeausschuss mit einem Blumenstrauß überrascht.

Bürgerversammlung auf 1.740 Metern

In der Bergfraktion St. Martin im Kofel stehen etliche Vorhaben an.

Publiziert in 10 / 2026 - Erschienen am 19. Mai 2026

St. Martin im Kofel - Es ist wohl landesweit einmalig, dass ein Gemeindeausschuss mit einer Seilbahn zu einer Bürgerversammlung fährt. So geschehen ist das am 8. Mai, als der Latscher Bürgermeister Mauro Dalla Barba, sein Stellvertreter Christian Stricker und die Ausschussmitglieder Irmgard Gamper, Gertraud Götsch, Maria Kuppelwieser und Manuel Platzgummer ca. 8 Minuten „in der Luft“ hingen, um nach St. Martin im Kofel zu gelangen. Die Versammlung auf 1.740 Höhenmetern im Gasthaus bei der Bergstation der Seilbahn war nach Latsch, Tarsch, Goldrain und Morter die letzte der heurigen Reihe der Bürgerversammlungen. Auch in St. Martin informierte der Bürgermeister unter dem Motto „Zukunft entsteht dort, wo Menschen miteinander reden, zuhören und gemeinsam entscheiden“ eingangs darüber, wie es um die Entwicklung der gesamten Gemeinde steht, um dann auf die besonderen Projekte und Vorhaben für die Bergfraktion mit seinen knapp 100 Einwohnern einzugehen.

Kirchensanierung und „funktionale FF-Halle“

Rückblickend verwies Dalla Barba auf die Instandsetzung bzw. Sanierung von Straßenabschnitten in St. Martin, den Bau der neuen Kläranlage, die 20-jährige Revision der Seilbahn und den Ausbau der „Kaserer Kurve“. Neben der Fortführung der Grundregelungen, weiterer Felssicherungsarbeiten (Thein und Platztair) sowie der Neufassung der Grubbachquellen und der Unterstützung des Forstinspektorates beim Bau der neuen Zufahrtsstraße zum „Albl“ und eines Löschwasserbeckens kündigte er eine Reihe weiterer Vorhaben an. So wird die Gemeinde eine Machbarkeitsstudie für die Umgestaltung der ehemaligen Grundschule zu einer funktionalen Unterkunft für den Zug St. Martin der Freiwilligen Feuerwehr Latsch in Auftrag geben. Der Großbrand im März 2025 habe gezeigt, „dass der Ersteinsatz vor Ort das Wichtigste ist.“ Auf einem Geschoss oberhalb der neue FF-Halle soll ein Versammlungsraum für die Vereine entstehen. Detail am Rande: In Erinnerung an den Waldbrand und als Mahnmal wurde unlängst auf den Annenberger Böden die Holzskulptur „Phönix aus der Asche“ aufgestellt. Es handelt sich um das Maturaprojekt von Samuel Leiter, der heuer an der Fachschule Fürstenburg (Forstwirtschaft) maturiert (siehe Bericht auf Seite 18).

Bei Sanierung der Bergstation ist Geduld gefragt

Während der Bürgermeister die Außen- und Innensanierung der  Wallfahrtskirche St. Martin noch für das heurige Jahr in Aussicht stellte, heißt es auf die notwendige energetische Sanierung der Bergstation noch einige Jahre zuwarten. Heuer will die Gemeinde eine Studie dazu erstellen lassen. Zu den Vorhaben in St. Martin gehören auch weitere Verbesserungen von Straßenabschnitten (O-Ton Dalla Barba: „Wir können nur ein Projekt pro Jahr umsetzen“) sowie die Aufwertung der Wiesenlichtung „Dolomitenblick“ mit einer Aussichtsplattform.

Was brennt unter den Nägeln?

Bei der Diskussion wurden mehrere Anliegen bzw. Probleme aufs Tapet gebracht, so etwa die dringende Instandsetzung schadhafter Straßenabschnitte, sporadische Geruchsbelästigungen, die von der Kläranlage ausgehen, und der fehlende Glasfaser-Anschluss. Hierzu meinte der Bürgermeister, dass die Glasfaser-Projekte in der Gemeinde abgeschlossen seien „und Anbieter fehlen.“ Man müsse sich anderweitig behelfen, sprich mit Funk- bzw. Satelliteninternet. Mehrfach geklagt wurde über eine teilweise nicht zufriedenstellende Zusammenarbeit mit einigen der Seilbahn-Angestellten. Dalla Barba kündigte diesbezüglich eine klärende Aussprache mit den „Bahnlern“ an.

Blumen für Erika Kaserer

Mit einem Blumenstrauß überraschte der Gemeindeausschuss die Bergbäuerin Erika Kaserer. Der Unterköben-Hof von Erika und Alois Kaserer in St. Martin war kürzlich bei der Vollversammlung des Sennereiverbandes Südtirol für die landesweit beste Milch ausgezeichnet worden. Auf 1.750 Metern Meereshöhe bewirtschaftet die Familie Kaserer 5 Hektar steile Wiesen und hält 10 Kühe. Die Milch wird täglich mit der Seilbahn zu Tal gebracht. Auch die drittbeste Milch kommt aus St. Martin im Kofel, nämlich von Platztair (Monika und Christian Gamper).

Josef Laner
Josef Laner

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