Im Bild (v.l.): Herbert Campidell, Moderator Johannes Kofler und Hubert Comploi

Die Strahlengefahr ist fast überall gegenwärtig

Publiziert in 39 / 2014 - Erschienen am 5. November 2014
Seit Jahren wird kontrovers diskutiert, wie sich der Elektrosmog auf den Menschen auswirkt. Kinder sind besonders gefährdet. Tschars - Mobilfunk-, Fernseh- und Rundfunkmasten, Handys, Schnurlostelefone, WLAN, Computer, Hochspannungsleitungen und Haushaltsgeräte sorgen für eine unsichtbare Strahlengefahr. Eine Wolke künstlich erzeugter, gepulster elektromagnetischer Strahlung umgibt uns. Die Gruppe Familiendorf im Entwicklungskonzept 2015 der Gemeinde Kastelbell-Tschars stellte das Thema „Strahlengefahr“ (auch im Zusammenhang mit dem Sende­mast oberhalb von Tschars) vor kurzem in den Mittelpunkt eines Informationsabends im Josef-­Maschler-Haus. Der Strahlen­experte Hubert Comploi erläuterte die verschiedenen Arten von Strahlen und meinte, dass vor allem die elektromagnetischen Strahlen bedenklich seien. Das große Problem ist seiner Ansicht nach nicht die kurzfristige starke, sondern vielmehr die durchgehende Belastung durch Elektrosmog, auch wenn die Strahlenintensität dabei geringer ist. Bedenklich seien auch die Umsetzer und Antennen, die dauernd senden und empfangen. Je mehr Handys im Umlauf sind, desto mehr Um­setzer braucht es. „Im Wohnbereich ist der Elektro­smog z. B. durch Elektrogeräte, Schnurlostelefone, Babyphon oder WLAN meistens hausgemacht“, so Comploi. Dieser lässt sich in meisten Fällen auch wieder abstellen. Wenn möglich sollten Geräte vom Stromnetz getrennt werden oder durch Kabel verbunden sein. Während des Rufaufbaus sollte man das Handy so weit wie möglich von sich fernhalten. Die positive Auswirkung der mobilen Kommunikation auf die Arbeitsplätze, Kommunikation, Lebensqualität, Zivilschutz, Notfallmedizin usw. ist unbestritten. Doch diese Errungenschaften haben im Hinblick auf die Gesundheit auch ihre Schattenseite, führte der Mediziner Herbert Campidell aus. Oxidativer Stress wird allgemein als Auslöser von Burnout, chronischem Müdigkeitssyndrom, Kopfschmerzen, entzündlichen Erkrankungen bis hin zum Herzinfarkt angesehen. Freie Radikale stehen am Anfang vieler Gesundheitsprobleme wie Krebs­erkrankungen, Arteriosklerose, ­Diabetes, Arthrose, Augenkrankheiten, Alzheimer usw. Sie beschleunigen den Alterungsprozess und können auch die Erbsubstanz schädigen. Kinder sind viel anfälliger auf die Strahlung. Laut diversen Studien ist das Hirnkrebsrisiko nach langzeitiger Handynutzung bei jungen Nutzern größer ist als bei Erwachsenen. Deshalb, so der Mediziner, sollten Kinder unter acht Jahren keine Handys oder Schnurlostelefone nutzen. Kinder zwischen acht und sechszehn Jahren sollten nur im Notfall zum Handy greifen. In Schulbussen sollte ein generelles Handyverbot gelten. Die Realität ist diesbezüglich leider eine andere. Statistischen Umfragen zufolge besitzen bereits rund 80 Prozent der 10- bis 13-Jährigen in Deutschland ein eigenes Mobiltelefon. Weltweit wird es 2014 so viele Handys wie Menschen geben. Die Auswirkungen von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern werden von der Marktwirtschaft oder den Lobbys oft bagatellisiert, bedauert Campidell. Ossi
Oskar Telfser
Oskar Telfser
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