Die Informations-Veranstaltung im Weltladen Latsch stieß auf regen Zuspruch.
Im Bild (v.r.): Richard Theiner, Roman Altstätter und Karin Tschurtschenthaler.

Ein Zeichen zum Tag der psychischen Gesundheit

Publiziert in 19 / 2026 - Erschienen am 20. Oktober 2026

Latsch - Das Bewusstsein für psychische Gesundheit stärken, Vorurteile abbauen und die Bedeutung von Prävention, Unterstützung und gesellschaftlicher Teilhabe in den Mittelpunkt rücken: Das waren die Ziele der Informationsveranstaltung, zu der die Sozialdienste der Bezirksgemeinschaft Vinschgau anlässlich des Welttages der psychischen Gesundheit am 10. Oktober eingeladen haben. „Wir setzen anlässlich dieses Welttages jährlich ein kleines Zeichen. Heuer dürfen wir im Weltladen Latsch zu Gast sein“, freuten sich Roman Altstätter, der Leiter verschiedener Einrichtungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen im Vinschgau, und Karin Tschurtschenthaler, die Direktorin der Sozialdienste. Altstätter skizzierte in geraffter Form, wie in der Vergangenheit mit Menschen mit psychischen Erkrankungen umgegangen wurde und worauf man heute setzt. Er erinnerte u.a. an die systematische Eliminierung psychisch kranker Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus und an die Zeit der Irrenanstalten. Erst im Zuge mehrerer Psychiatriereformen hat man sich zunehmend von geschlossenen Anstalten verabschiedet und den Weg einer wohnortnahen Betreuung mit der Schaffung kleiner Strukturen eingeschlagen. Besonders wichtig ist es laut Altstätter, Menschen mit psychischen Erkrankungen auf Augenhöhe zu begegnen, und zwar auf allen Ebenen. Als Beispiel nannte er den Online-Trialog. Bei trialogischen Treffen kommen Menschen mit psychischen Problemen, deren Angehörige und Fachleute zusammen, um miteinander auf Augenhöhe über die eigenen Erfahrungen zu sprechen. Auch das EX-IN-Projekt, bei dem Genesungsbegleiter/innen mit eigener Krisenerfahrung in die psychiatrische und soziale Betreuung miteigebunden werden, stellte Altstätter vor. Laut Richard Theiner, dem Obmann der Genossenschaft Weltladen Latsch, wird im Weltladen auf die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen großer Wert gelegt. Bereits die frühere Geschäftsführerin Dolores „Dolly“ Stecher habe hierfür immer ein offenes Ohr gehabt. Alle Weltläden in Südtirol seien laut Theiner bestrebt, vermehrt auch Menschen mit Beeinträchtigungen als Arbeitskräfte bzw. Praktikantinnen und Praktikanten zu beschäftigen. Im Rahmen der Veranstaltung konnten sich die Besucherinnen und Besucher nicht nur über die Angebote, Einrichtungen und Dienste informieren, die es im Vinschgau für Menschen mit psychischen Erkrankungen und deren Angehörige gibt, sondern auch vertiefende Gespräche mit Mitarbeitenden der Sozialdienste führen.

Josef Laner
Josef Laner

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