Gold für Taufers im Münstertal
TAUFERS IM MÜNSTERTAL - Die Gemeinde Taufers im Münstertal hat sich um den Europäischen Dorferneuerungspreis EV!RA beworben und wurde nun mit Gold ausgezeichnet. 25 Bewerbungen aus ganz Europa waren eingegangen. Während das Puschlav (Val Poschiavo) im Kanton Graubünden mit dem Projekt „100% Valposchiavo“ den Gesamtsieg errang, zählt Taufers im Münstertal gemeinsam mit 6 weiteren Gemeinden zu den Goldpreisträgern. Diese Auszeichnung würdigt Gemeinden, die sich mit nachhaltigen, innovativen und ganzheitlichen Entwicklungsstrategien den aktuellen Herausforderungen ihres Lebensraums stellen und herausragende Entwicklungsprozesse angestoßen haben. 13 weitere Projekte wurden mit Silber, 4 mit Bronze bewertet.
Taufers überzeugte mit seiner ganzheitlichen Dorfkernentwicklung. Unter dem Motto „Vom Leben im Straßendorf: Gemeinsam erneuern und lebendig bleiben“ hatte sich die Gemeinde mit einer Bewerbung präsentiert, bei der die zwei Leitprojekte „20 Jahre Ortskernsanierung: Wettbewerb für vier öffentliche Gebäude“ und „Sanierung der Staatsstraße“ im Mittelpunkt standen. Zugleich wurde die langfristige Entwicklungsweg der Gemeinde sichtbar gemacht. Den Beschluss für die Teilnahme hatte die Bürgermeisterin Roselinde Gunsch bereits im Dezember 2025 gefasst. Anfang 2026 begann die Ausarbeitung der Bewerbungsstrategie, begleitet von der Regionalentwicklerin Daria Habicher. Am 7. Mai besuchte eine vierköpfige internationale Jury die Gemeinde Taufers. Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde und von Vereinen sowie Bürgerinnen und Bürger präsentierten ihr Dorf. Mit persönlichen Erzählungen, musikalischen Beiträgen und lokalen Spezialitäten konnte die Jury einen authentischen Einblick in das lebendige Gemeinschaftsleben gewinnen. Auch Vertreterinnen und Vertreter von Partnerorganisationen halfen unterstützend mit.
In der Begründung der Jury für die Auszeichnung mit Gold heißt es u.a.: „Die Gemeinde Taufers im Münstertal überzeugt mit zeitgemäßen Projekten, die eindrucksvoll den ganzheitlichen Entwicklungsprozess dokumentieren. Mit großem Engagement gelingt es dabei, Tradition und Innovation miteinander zu verbinden und gleichzeitig die Lebensqualität der Bevölkerung nachhaltig zu stärken. Die periphere Lage an der Grenze zur Schweiz wird in diesem Kontext nicht als Nachteil, sondern als Chance verstanden. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit, eine ausgeprägte Vereinskultur sowie die enge Kooperation von Gemeinde, Wirtschaft und Zivilgesellschaft bilden die Grundlage einer lebendigen und zukunftsorientierten Entwicklung.“
Hervorgehoben wurden außerdem die langfristige Ortskernentwicklung und die gemeindeeigene Einrichtung für eine nachhaltige Ortsentwicklung „Tuberis“, die gemeinsam mit engagierten Vereinen, Bürgerinnen und Bürger aktiv in Planungs- und Entwicklungsprozesse eingebunden ist. Die finale Ermittlung der Gewinner des „European Village Renewal Award 2026“ nahm unlängst eine 20-köpfige, interdisziplinäre und internationale Jury in München vor. Die Jury-Vorsitzende, die Universitätsprofessorin Nadja Häupl (Dessau), zeigte sich vom insgesamt sehr hohen Niveau der Einreichungen beeindruckt. Die offizielle Preisverleihung findet im September in Kostelní Lhota in Tschechien statt, der Siegergemeinde des Wettbewerbs 2024. Auch eine Delegation aus Taufers im Münstertal wird zur Entgegenahme des Preises nach Tschechien fahren.