Blick auf die Tarscher Alm mit Bergrestaurant.
Der Talschluss vom Kuppelwieser Tal mit Zufahrt zum Arzker Stausee.
Der Arzker Stausee mit dem Tarscher Joch (rechts hinten mit Schneeflecken).

Kritik gegen „Pläne für Großzusammenschluss“

Publiziert in 12 / 2026 - Erschienen am 30. Juni 2026

Latsch - Die Pläne für eine neue Seilbahnerschließung der Tarscher Alm von Latsch aus stoßen auf scharfen Widerstand. Die Umweltschutzgruppe Vinschgau und der Dachverband für Natur- und Umweltschutz kündigen gemeinsamen Widerstand gegen das Projekt an. Ihrer Ansicht nach sei das Vorhaben „weder wirtschaftlich tragfähig noch ökologisch zu verantworten.“ Es drohe die Zerstörung unberührter alpiner Lebensräume. Hintergrund der Kritik sind Pläne, das Skigebiet Tarscher Alm über eine neue Seilbahn auszubauen. Wirtschaftlich sinnvoll wäre dieses Projekt laut den Umweltschützern jedoch nur, wenn langfristig ein Zusammenschluss mit der Schwemmalm realisiert wird. „Ein solches Megaprojekt würde Kosten im zweistelligen Millionenbereich verursachen und massive Eingriffe in die Natur nach sich ziehen. Neben dem bereits stark belasteten Kuppelwiesertal wären vor allem die hochempfindlichen Flächen zwischen dem Vinschgau und dem Ultental betroffen – sensible Rückzugsgebiete geschützter Tier- und Pflanzenarten“, heißt es in einer Pressemitteilung. „In Zeiten von Klimawandel, Biodiversitätskrise, der akuten Wasserknappheit, des Overtourismus, der Vollbeschäftigung und des Wohnungsmangels ist der Ausbau unberührter Naturräume zu einem touristischen Rummelplatz völlig rückwärtsgewandt“, so die Umweltschutzgruppe. Das Projekt erfordere gigantische Erdbewegungen für neue Pisten, den Bau von Beschneiungsbecken, Pumpstationen, ein ausgedehntes Leitungsnetz und Gastronomiebetriebe. Dies stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen. Die Umweltschützer fordern daher ein Umdenken in der regionalen Entwicklung. Anstatt Projekte allein nach den Kriterien der technischen Machbarkeit und der Verfügbarkeit von ausländischem Investorengeld zu beurteilen, müsse die ökologische und soziale Verantwortbarkeit an erster Stelle stehen. Jedenfalls werde sich die Umweltschutzgruppe gemeinsam mit dem Dachverband für Natur- und Umweltschutz rüsten, „um diesen ökologischen und wirtschaftlichen Unfug abzuwenden.“

Redaktion
Vinschger Sonderausgabe

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