Der Latscher Gemeinderat hatte vieles zu besprechen.
Beim Sportplatz kommt es zu einigen Eingriffen.
Beim Hallerhof wurde eine Lösung gefunden.

Latsch stellt Weichen 

Gemeinderat genehmigt Projekte für Sport und Schießstand. Lösung für Hallerhof, Nein zum „Kräuterlehrpfad“ 

Publiziert in 12 / 2026 - Erschienen am 30. Juni 2026

Latsch - So einiges stand unlängst bei der Latscher Gemeinderatssitzung auf dem Programm, darunter gleich zwei Projekte, für die es gar einige Millionen Euro vom Land geben soll. Gemeindereferent Manuel Platzgummer stellte das Ausführungsprojekt „Sanierung des Naturrasenfußballplatzes und der Leichtathletikbahn mit Errichtung einer LED-Beleuchtung und weiteren Eingriffen in der Sportzone Latsch“ vor. Bereits im Wahlprogramm habe man sich dieses Vorhaben auf die Fahne geschrieben. Es bestehe dringender Handlungsbedarf, schickte Platzgummer voraus, die Infrastrukturen seien teils in einem sehr schlechten Zustand. „Der Platz stammt aus den 1970er Jahren, die Leichtathletikbahn aus den 1980ern. Während sich am Fußballplatz nie etwas getan hat, wurde die obere Bahn zuletzt 2006 saniert“, erklärte er. Das Projekt sieht vor, den gesamten Fußballplatz neu zu nivellieren. Ein vollständiger Austausch des Bodens würde die Kosten sprengen. Daher sollen nun rund 20 Zentimeter der bestehenden Schicht abgetragen und ein Drainagesystem eingebaut werden, damit das Wasser besser abfließen kann. Zudem werden ein neuer Rollrasen verlegt sowie eine neue Beregnungsanlage installiert. Was die Leichtathletikanlage betrifft, muss die gesamte bestehende Laufbahn abgetragen und ein neuer Belag, den heutigen Normen entsprechend, aufgetragen werden. Weiters wolle man den Wünschen des Leichtathletikvereins LAC Vinschgau nachkommen und eine zweite Weitsprung-Anlage schaffen, die auch während anderer Wettkämpfe nutzbar ist. Nicht zuletzt solle die Flutlichtanlage erneuert sowie die Steh-Tribüne etwas saniert werden. Von Landesrat Peter Brunner gebe es bereits erste Zusagen für die Finanzierung. So erhalte man vom Land 80 Prozent für alles, was mit der Leichtathletikbahn zu tun habe und 40 Prozent für den Rest. Die Gesamtkosten sollen sich auf rund drei Millionen belaufen, schlussendlich dürfte sich das Land mit etwa zwei Millionen beteiligen. Das Ausführungsprojekt, das noch im Juli bei den Landesämtern eingereicht werden muss, wurde einstimmig genehmigt. 

„Schlussstrich“ bei Schießstand

Ebenfalls einstimmig genehmigt wurde das Ausführungsprojekt zur „Sanierung und Adaptierung des 100-m-Schießstandes Goldrain“, wenngleich es dazu im Vorfeld mehrere Diskussionen gegeben hatte. Von einer „ewigen Baustelle“ sprach dabei nicht nur Bürgermeister Mauro Dalla Barba. Nun hätten sich erneut Fördermöglichkeiten mit bis zu 70 oder 80 Prozent ergeben, weshalb eine letzte größere Investition angestrebt werde. Danach solle das Projekt abgeschlossen sein. „Dann muss es passen, und es ist ein Schlussstrich unter den Schießstand zu ziehen“, so Dalla Barba. Bei der Schießanlage, die verschiedene Disziplinen und Distanzen umfasst, sollen Sicherheits- und Verbesserungsmaßnahmen umgesetzt werden. Dazu zählen insbesondere die Erneuerung des Kugelfangs sowie akustische Maßnahmen. Weiters erhalte der Schießstand ein neues Dach. Die Sportschützen hatten einen Maßnahmenkatalog vorgelegt. „Es wurde nicht die gesamte Wunschliste übernommen, sondern jene Maßnahmen, die erforderlich sind, um den Schießstand abnahmefähig zu machen und die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen sicherzustellen“, erklärte Gemeindereferent Manuel Platzgummer. Er berichtete auch, dass die Zusammenarbeit mit den für die Sicherheit des Schießstandes zuständigen Institutionen, sprich dem Militär, schwierig sei. Die Verantwortlichen, die mitverantwortlich für Tests, Abnahme usw. sind, hätten mittlerweile den Sitz in Turin. „Man kommt kaum weiter“, so Platzgummer. Der Gemeinderat war sich einerseits einig, dass der Schießstand von großer Bedeutung sei, da die Anlage intensiv von Sportschützen, Streitkräften, Jägern, Biathleten, Privatpersonen sowie für Prüfungen genutzt werde. Andererseits wurde betont, dass die wiederholten Investitionen ein abschließendes Maß erreichen müssten. In der Vergangenheit seien bereits erhebliche Mittel – überwiegend aus Landesförderungen – in die Anlage geflossen. Es solle vermieden werden, dass sich das Projekt zu einer dauerhaften finanziellen Belastung entwickelt. Gemeinderat Thomas Pichler sprach etwa von einem „Fass ohne Boden“. Das Ausführungsprojekt, welches Gesamtkosten von 1,1 Millionen Euro vorsieht, wurde bei einer Enthaltung (von Pichler) genehmigt. 

„Kräuterlehrpfad“ abgelehnt 

Einigkeit herrschte auch bei einem weiteren Punkt in der Tagesordnung, und zwar hinsichtlich der Ablehnung der „Ausweisung der Freizeitanlage ‚Kräuterlehrpfad‘ auf Gp. 697/3 K.G. Goldrain“. Zur Erinnerung: Die Familie Gluderer hatte bei ihrem Kräuterschlössl im Rahmen eines Interreg-Projekts einen Lehrpfad geplant, das Herzstück davon wären mehrere thematische Holzhäuschen gewesen. Bürgermeister Mauro Dalla Barba las die Stellungnahme des Gemeinderates vor. Dieser schließe sich der Stellungnahmen des Ortsbauernrates, der Nachbarn sowie der negativen Gutachten der zuständigen Landeskommission an. Die Ausweisung bringe eine Verschlechterung mit sich, Konflikte mit der Landwirtschaft seien vorprogrammiert, hieß es dabei unter anderem. Eine Errichtung des Lehrpfades auf landwirtschaftlichem Grün sei laut Dalla Barba ohnehin möglich, die Errichtung von Holzhütten aber nicht. 

Lösung beim Hallerhof

Ebenfalls Thema war das Projekt Hallerhof. „Wir haben das nie aufgegeben“, so Dalla Barba. Die Gemeinde hatte das Gebäude vor einigen Jahren für den geförderten Wohnbau erworben, konkret gebaut wurde aber aus unterschiedlichen Gründen bisher nicht. Nun gebe es eine Lösung. Die 2025 neu gegründete Raiffeisen-Stiftung „Wohnen Südtirol“ werde das Projekt übernehmen. Sechs Wohnungen sollen entstehen. Hierfür erhält die Stiftung 65 Prozent Landesbeitrag, die restlichen 35 Prozent sollen sich in den nächsten 30 Jahren durch Mieteinnahmen amortisieren, Instandhaltungskosten usw. miteingerechnet. Die Wohnungen mit einer Größe von 40 bis 50 Quadratmetern sind vollständig eingerichtet und der geschätzte Mietpreis könnte um die 500 Euro betragen. „Wir sind froh, dass es uns gelungen ist, einen Partner für dieses Projekt zu finden“, betonte der Bürgermeister. Dabei handelt es sich um eines der ersten Vorhaben, das die Stiftung umsetzt. Die Möglichkeit hatte sich im Zuge der Wohnreform ergeben. In diesem Zusammenhang wurde auch die neue Verordnung über die Zuweisung der Flächen für den geförderten Wohnbau einstimmig genehmigt.

Michael Andres
Michael Andres
Vinschger Sonderausgabe

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