„Sommadorn“ und die Heiligkeit
Tarsch - Gott sei Dank gab es die traditionellen Wallfahrer noch, die auch heuer zu Fuß und betend nach „Sommadorn“, zu Sankt Medardus, gepilgert sind. Motorisierte Pilger hatten ihre Probleme, am 8. Juni 2026 den rechten Weg zu finden. Nach altem Brauch hatte die Besitzerfamilie Gunsch zum Bittgang und zum anschließenden „Stodlfescht“ geladen. Allen Irrfahrten zum Trotz war der Zuspruch zum „Sommadorner Kirchta“ am „Medardi-Tag“ wieder beachtlich. Gut 70 Besucher hatten sich in der um 1228 erstmals erwähnten Hospizkirche versammelt, um die seit dem Jahr 560 bestehende Tradition der Medardus-Verehrung fortzusetzen. Medardus, Bischof von Noyon (Frankreich), war vielseitig. Er war Schutzpatron der Bauern, Winzer und Bierbrauer. Für Regen war er ebenso zuständig wie für eine gute Ernte. Wieder war es der Familie Leo und Elisabeth Gunsch mit Sarah, Jakob und Johannes gelungen, den Religionslehrer Simon De Franceschi und eine Singgruppe für die Gestaltung des Wortgottesdienstes zu verpflichten. Stand im vergangenen Jahr als Schwerpunktthema der Friede im Mittelpunkt, ging es diesmal um die Bedeutung des Begriffes „heilig“ und um die Frage, warum wir alle durch die Taufe heilig sind. De Franceschi lud die Kirchenbesucher ein, sich durch ein Kreuzzeichen mit geweihtem Wasser an die Taufe zu erinnern.
Eine Besonderheit des heurigen „Bitttages“ waren die vielen Besucher, die an der Baugeschichte der Hospizkirche interessiert waren. Noch mehr Interesse fand nur die exzellente Gulasch-Suppe von Jakob Gunsch. Der junge Koch – ein Sohn des Hauses – sorgte für den stimmungsvollen Abschluss des „Medardi-Tages“.