Umweltschützer pochen auf Verkehrsmaßnahmen
Franzenshöhe - Eine für Sonntag, 14. September, geplante Radkundgebung gegen die Verkehrsbelastung am Stilfser Joch musste einige Tage zuvor aus organisatorischen Gründen abgesagt werden. Für die Aktion hatte es zu wenige Voranmeldungen gegeben. „Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben“, betont Rudi Maurer von der Umweltschutzgruppe Vinschgau. Die Forderungen und Kritikpunkte seien relevanter denn je. „Eine Besserung muss kommen“, mahnt Maurer. Forderungen aus einem Maßnahmenkatalog der Umweltgruppe sind u.a. die Ausarbeitung eines ökologisch nachhaltigen und nationalparkverträglichen Verkehrskonzeptes unter Einbindung der Anrainer, Tempo 30 im Wohngebiet, regelmäßige Kontrollen der Geschwindigkeit – auch an Wochenenden und Feiertagen – sowie Lärmmessungen. Weiters wird die Einführung einer Maut gefordert, „von mindestens 20 Euro“. Damit sollen ökologische Maßnahmen und jene zur Verkehrssicherheit finanziert werden. Auch Sensibilisierungskampagnen für mehr Verkehrssicherheit im Dorf und außerhalb der bewohnten Gebiete, wie z. B. Plakataktionen, seien notwendig. Öffentliche Subventionierung und Werbemaßnahmen dürfe es nur noch für nichtmotorisierte Veranstaltungen und Green-Events geben. „Veranstaltungen, die den motorisierten Individualverkehr in den Mittelpunkt stellen, wie z.B. Sportwagen, Motorräder, Oldtimer, Traktoren usw. gehören nicht in ein ökologisch nachhaltiges Verkehrskonzept des Nationalparks“, heißt es im Maßnahmenkatalog. Auf der Passhöhe und entlang der Stilfser-Joch-Straße sollen keine Camper-Parkplätze errichtet bzw. angeboten werden, im Gegenteil, geht es nach der Umweltschutzgruppe, sollen geeignete Maßnahmen umgesetzt werden, die die Passstraße für Camper unattraktiv machen. Camper sollen die Parkmöglichkeiten im Tal und die Busangebote nutzen. Zudem wird ein „FREI-Tag“ am Stilfser Joch gefordert, sprich eine Reservierung der Passstraße für die nichtmotorisierten Sportarten und für die öffentlichen Verkehrsmittel an jedem Freitag.