Die Schüler/innen (im Bild die Klasse 4b) freuen sich über die neuen Räumlichkeiten.
BM Rafael Alber bei der Baustelle am Kalkofen, wo u. a. eine neue Querung und Parkplätze entstehen.
Die zuständige Vize-BM Michaela Platzer
So soll der neue Friedhof aussehen.
Nahe der Esso-Tankstelle entsteht u. a. ein weiterer Gehsteig.

Viel Bewegung in Prad

Verkehrsberuhigung, Friedhofserweiterung und Schulausbau.

Publiziert in 17 / 2025 - Erschienen am 23. September 2025

Prad - „Es wird einiges getan, dass gesagt wird, es tut sich nichts, stimmt nicht“, unterstreicht der Prader Bürgermeister Rafael Alber im Hinblick auf die Forderungen der Umweltschutzgruppe Vinschgau sowie die geplante, aber schlussendlich abgesagte, Kundgebung gegen den Verkehr auf der Stilfser-Joch-Straße (siehe eigenen Artikel). Es sei in Ordnung, wenn protestiert werde, einige Argumente und geforderte Maßnahmen seien durchaus nachvollziehbar und berechtigt, aber: „Es geht nicht immer alles so wie man möchte, insbesondere da es sich um eine Staatsstraße handelt, ist es oft kompliziert.“ Freilich, die durch Prad führende Straße bringe einiges an Verkehr mit sich und sei für die Bevölkerung des Dorfes bzw. insbesondere für die Anrainerinnen und Anrainer eine Belastung. Und für die Gemeinde eine Herausforderung. „Wir können nicht allein entscheiden, was zu tun ist, aber wir tun unser Möglichstes“, so Alber. Konkret laufen derzeit zahlreiche Arbeiten zur Verkehrsberuhigung. So wurde mit den neuen Fußgängerübergängen bereits begonnen. Insgesamt entstehen im Dorf sieben neue Querungen bzw. werden bestehende an die Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung angepasst. Allein vier davon entlang der Stilfser-Joch-Straße. 

380.000 Euro für Verkehrssicherheit

Ein Übergang entsteht bei der Esso-Tankstelle, wo auch ein Gehsteig gebaut wird. Beim Hotel Zentral wird der bestehende Zebrastreifen weiter in Richtung der Geraden verlegt, wo es übersichtlicher ist. Ein weiterer entsteht am Ende der Geraden. Hier wird auch eine Mittelinsel errichtet, die den Autofahrern und Motorradfahrern Tempo nehmen soll. Möglich wurde das durch eine Einigung mit den Grundeigentümern, sodass die Straße an dieser Stelle etwas verbreitert werden kann. Auch beim Kalkofen entstehen eine neue Querung sowie zusätzliche Parkplätze. „Die Übergänge werden beleuchtet und sicher gestaltet“, betont Alber. Drei weitere Übergänge sind am Kreuzweg vorgesehen, also an jener Zufahrtsstraße, über die viele Fahrzeuge aus der Schweiz durchs Münstertal kommen. Rund 380.000 Euro werden für all diese Maßnahmen investiert, 80 Prozent davon übernimmt das Land. „Wir wollen zeigen, dass wir dran sind. Es stimmt nicht, dass sich in Sachen Verkehr nichts bewegt“, sagt Alber mit Blick auf die jüngste Kritik. Zur Forderung von Tempo 30 stellt er klar, dass dieses Limit im Dorfkern bereits gilt, eine weitere Ausweitung habe die Gemeinde auch in Betracht gezogen, was aber nicht genehmigt worden sei. „Erst wenn die baulichen Maßnahmen umgesetzt sind, können wir eine neue Berechnung anfordern und eine Erweiterung des Tempolimits beantragen“, erklärt der Bürgermeister. Gleichzeitig werde durchaus kontrolliert: „Geschwindigkeitsmessungen und auch Lärmmessungen werden von der Ortspolizei inzwischen regelmäßig durchgeführt.“ Einzelnen, für die Straße zugelassenen Fahrzeugen wie Traktoren und Oldtimern, könne es seitens der Gemeinde nicht verboten werden, auf das Stilfser Joch zu fahren. Und wenn, dann sei Rom zuständig. Ideen wie eine vollständige Sperre der Stilfser-Joch-Straße für den motorisierten Verkehr jeden Freitag hält Alber dagegen für unrealistisch. Zudem unterstreicht er: „Die Straße ist nicht nur Belastung, sie ist auch ein wichtiger Wirtschaftszweig. Sie war immer schon eine Handelsroute und hat große Bedeutung für unsere Tourismus- und Gastbetriebe. Auch das muss man berücksichtigen.“

Friedhof: Dringend nötige Erweiterung

Ein weiteres großes Projekt steht mit der Friedhofserweiterung an. Im Juli wurde das Ausführungsprojekt im Gemeinderat vorgestellt, die Kosten belaufen sich auf rund 1,4 Millionen Euro. „Wir hoffen auf eine 50-prozentige Beteiligung, die andere Hälfte müsste dann die Gemeinde tragen“, so Alber. Im Idealfall könnte bereits im Frühjahr ausgeschrieben werden, mit dem Ziel, die Bauarbeiten innerhalb von sechs Monaten abzuschließen. Geplant ist, den Friedhof in Richtung Agums zu erweitern. Entstehen sollen auf einer Fläche von rund 1.000 Quadratmetern Platz für neue Urnengräber und zusätzliche Erdbestattungen sowie zwei kleinere Gebäude. „Es ist höchste Zeit, weil wir nur mehr eine sehr begrenzte Anzahl an Plätzen frei haben. Mit der Erweiterung sind wir dann aber wieder für die nächsten Jahrzehnte gut aufgestellt“, erklärt der Bürgermeister.

Schule: Rechtzeitig zum Schulbeginn

Auch bei der Grundschule ist viel passiert. Dort werden die dringend nötigen Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten in zwei Baulosen umgesetzt. Das erste wurde heuer rechtzeitig zum Schulstart abgeschlossen. Vom Juni bis Anfang September wurde aufgestockt, energetisch saniert und modernisiert. Bauleiter war Architekt Daniele Capra. „Es war eine Herausforderung, aber wir haben es geschafft, dass die Schülerinnen und Schüler pünktlich zum Beginn ins neue Gebäude einziehen konnten“, freut sich Alber. Die Arbeiten waren vielfältig: eine neue Lüftungsanlage, moderne LED-Beleuchtung, akustische Anpassungen in den Klassen, neue Böden und Fenster sowie eine verlängerte Fluchttreppe. Der oberste Stock wurde in Holzbauweise errichtet und befindet sich innen noch im Rohbau. Die Fertigstellung erfolgt mit dem zweiten Baulos im Sommer 2026. Vorgesehen sind dabei dann auch der restliche Fensteraustausch sowie Arbeiten an der Bibliothek und der Musikschule, die sich ebenfalls im Grundschulgebäude befinden. Die Gesamtkosten beider Baulose belaufen sich auf 5,7 Millionen Euro inklusive Mehrwertsteuer. Bereits jetzt wurden mit dem ersten Abschnitt rund zwei Drittel der Investition umgesetzt. Für Alber ist das Geld gut angelegt: „Wir haben in Prad einen starken Zuwachs, sowohl bei den Geburten als auch durch Zuwanderung. Die Schule musste dringend erweitert werden.“ 

Michael Andres
Michael Andres

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