"Zu den Quellen des Glaubens"

Publiziert in 12 / 2005 - Erschienen am 23. Juni 2005
Eine Jugendmesse der besonderen Art wurde am 11. Juni anlässlich des „Sonta-Hons“-Jahres (150-Jahr-Feier zur Weihe der Pfarrkirche) gefeiert. Weil das Wetter nicht mitspielte, konnte die Jugendmesse nicht wie geplant in der St.-Sisinius-Kirche zelebriert, sondern musste in die Pfarrkirche von Laas verlegt werden. Zum Gottesdienst konnte Pfarrer Arthur Werth viele Teilnehmer aus nah und fern begrüßen, besonders aber den Jugendseelsorger Eugen Runggaldier sowie den Jugendchor Goldrain mit der Leiterin Margit Ratschiller. In seiner eindrucksvollen Predigt ging der Pfarrer auf die Geschichte des Sisiniuskirchleins ein. Dieses Kirchlein, auf heidnischer Kultstätte errichtet, ist dem Märtyrer Sisinius geweiht, überdauerte die Stürme der Völkerwanderung, Kriege und Unruhen im Wandel der Zeit. Erwähnt wird St. Sisinius zwar erst 1323, gehört aber zu den ältesten Kirchen des Vinschgaues und wurde bereits in vorromanischer Zeit erbaut. „Der Diakon Sisinius, der Lektor Martyrius und der Hüter der Kirche Alexander, alle drei aus Kappadozien, der heutigen Türkei, gebürtig, wurden vom hl. Ambrosius, dem Bischof von Mailand, an Vigilius, den Bischof von Trient, gesandt, um ihm zu helfen, die Bevölkerung der entlegendsten Täler des Trentino mit dem Sauerteig des Christentums zu belehren“, führte Arthur Wert aus. Bischof Vigilius vertraute den drei Missionaren den Nonsberg an, zur Verkündigung des Evangeliums und der Liebe. Nach einigen Jahren des Apostolates besiegelten die drei Diener Gottes ihren Dienst mit dem Märtyrertod am 29. Mai 397. Ihr Schicksal wird von zahlreichen Kirchentexten jener Zeit bezeugt, insbesondere in zwei Briefen des hl. Vigilius, den einen an den Bischof von Mailand, den anderen an den hl. Johannes, den Bischof von Konstantinopel. Jugendseelsorger Eugen Runggaldier sprach von den „Quellen des Glaubens“. Er forderte die Jugendlichen auf, kritisch zu sein und immer wieder zu prüfen, aus welchen Quellen sie für das Leben schöpfen. Nicht nur jene, die den geistlichen Beruf wählen, werden mit Liebe beschenkt, sondern auch alle andern, die Liebe geben, zum Beispiel in der Familie, im Beruf oder in der Partnerschaft, ernten Liebe, denn Gott ist die Quelle. Zum Schluss erklärte Pfarrer Arthur Werth, dass die sterblichen Überreste der drei Märtyrer in einem Sarkophag im Dom zu Trient verehrt werden. Heuer hat die Pfarrei Laas eine kleine Reliquie von den drei Märtyrern erhalten. Diese wurden in einer eigenen Reliquienmonstranz durch die Kirche getragen und danach bis zur Apsis, wo sie in den Marmorschrein, angefertigt vom Laaser Künstler und Bildhauer Alfred Gutweniger, zur Verehrung eingesetzt wurden. Der Pfarrer dankte dem Künstler, der Lasa Marmo für die Marmorblöcke, dem Jugendseelsorger und allen, die zum Gelingen des feierlichen Gottesdienstes beigetragen haben.
Manni Strimmer
Manni Strimmer

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