Autor Robert Hölzl
Das Buchcover
Öfen zum Kalkbrennen waren bis in die 1950er-Jahre in Betrieb.

Aus einer unglaublichen Gegend

Publiziert in 11 / 2026 - Erschienen am 10. Juni 2026

Martell - Es war im Jänner 2020. Eine Bürgerversammlung mit Landeshauptmann Arno Kompatscher in Martell war angesagt. Bürgermeister Georg Altstätter zählte im Schnelldurchlauf alle wichtigen Vorhaben auf. Damals hörten die meisten Besucher zum ersten Mal den Begriff „Marmorrundwanderweg im Ortlergebiet“. Seit dem 23. Mai, einem heißen Samstag 2026, liegt im Nationalparkhaus „culturamartell“ ein rotes 16,3 x 11,3 cm großes Büchlein auf mit dem Titel „Südtirol Marmorrundweg“, erschienen im Wanderführerverlag Rother. Autor Robert Hölzl aus Meran hatte sich zusammen mit seiner Frau Elisabeth und Freund Bernd Greis „auf die Spuren des Weißen Goldes entlang der Baumgrenze im Nationalpark Stilfserjoch“ begeben und einen 90 Kilometer langen, „faszinierenden, alpinen Weg“ über sechs Etappen mit 31 Touren rund um den Vinschger Marmor und am Fuße des Ortlers ausgemacht.

Rund um den Laaser Gebirgskamm

Dabei wurde der „imposante Gebirgsstock des Laaser-Kammes“ umrundet und zusätzlich zu den Etappen abwechslungsreiche Varianten und Gipfeltouren beschrieben. Das Büchlein enthält im Vorwort „ein herzliches Dankeschön“ an den Bürgermeister von Martell, Georg Altstätter, der einen entscheidenden Anteil an der Verwirklichung des Wanderführers habe und unerlässlich daran arbeite, den Marmorrundweg weiterzuentwickeln. Für die Recherche dankte der Autor den Forststationen von Latsch, Schlanders und Prad sowie der Nationalparkverwaltung, die ja auch die Wege instand halten. Unterstützend wirkten die Tourismusorganisationen Latsch-Martell, Schlanders-Laas, Prad am Stilfserjoch, Ortlergebiet und die IDM Südtirol mirt. Nach Erläuterungen und Hinweisen auf die Bedeutung der Farben – Rot für leicht, Blau für mittel und Schwarz für schwierig – folgen im Büchlein „wichtige Hinweise für unterwegs“ mit Tourenplanung, körperlicher Verfassung, Gehzeiten und Höhenunterschieden.

Besonderes Erlebnis Plimaschlucht

Natürlich besteht der Wanderführer nicht nur aus Texten, sondern auch aus stimmungsvollen Bildern, z. B. von der Plimaschlucht. Bilder machen Stimmung für eine Wanderung; die Beschreibung ist vielfach erst am Buchende zu finden. Etwas verwirrend ist die Paginierung. Man muss sich die Seiten ausrechnen, weil Graphiken, Landkarten und Fotos die Seitenzahlen häufig verdecken. Erfreut sein dürften die Vinschger aber über hochinteressante Einschübe aus Tourismus-Geschichte, Brauchtum und Handwerk, so auch über das Kalkbrennen. Wer wusste schon, dass die Hintergrat-Hütte die erste Schutzhütte in der Monarchie überhaupt war? Sogar auf ein kurzes Glossar mit Vinschger Ausdrücken stößt man. Rund 23 Seiten sind dem Entstehen, Verarbeiten und Handel mit Marmor gewidmet. Natürlich dürfen Exkurse über das Hotel Paradiso und das Skitourenparadies Martell nicht fehlen.

Günther Schöpf
Günther Schöpf
Vinschger Sonderausgabe

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