Die Geisterstadt strotzte vor Leben

Publiziert in 19 / 2013 - Erschienen am 23. Mai 2013
Weder ein Brandanschlag noch das schlechte Wetter konnten dem ­zweiten Ghosttown-Festival in der Prader Countrystadt etwas anhaben. Prad- Über 2.700 Besucher feierten ausgelassen und genossen die Atmosphäre. Trotz des Besucherandrangs ging die Veranstaltung friedlich und ohne größere Zwischenfälle über die Bühne. 40 Bands und DJ‘s aus den verschiedensten Musikrichtungen sorgten auf mehreren Bühnen für Unterhaltung. Ob Reggae, Ska, Dub, Hip Hop, Rock, Punk, Gipsy, Tekno, Drum and Bass, Dubstep oder Progressive - es war für jeden Geschmack etwas dabei. Dabei beließen es die Macher des Festivals, die Gleeman Crew und das Jugendzentrum Ju!P Prad, nicht bei der Musik, sondern den Besuchern wurde auch Kunst geboten. Mehrere Bildhauer, Graffitikünstler und zwei Performance-Künstler zeigten auf dem Festivalgelände ihr Können. So wurde unter anderem der Planet Erde in mühevollster Arbeit nachgebaut - um ihn danach wieder zu zerstören. Auch wurde ein Workshop abgehalten, bei dem die Teilnehmer einen eigenen Synthesizer bauen konnten. Revoltekk, ein Kollektiv von jungen DJs und Produzenten, das seit 2006 elektronische Musik im Vinschgau und darüber hinaus promotet, verwandelte eine verlassene Goldmine in die Mina Loco. Bei Drum and Bass und Dubstep wurde ausgiebig gefeiert. Abgetanzt wurde auch bei der Miracle Hill Bühne - wo es einige Tage vorher noch brannte. Dort gaben unter anderem die Lokalmatadore von Kravatte & Kravalle ihre Raps zum Besten. Nicht einschüchtern lassen „Vor wenigen Tagen waren wir noch alle schockiert von der Meldung, dass Bühne und Saloon niedergebrannt worden waren, doch wir ließen uns nicht einschüchtern, sondern machten das Unmögliche wahr“, freuen sich die Organisatoren des Festivals. Die Freiwilligen Feuerwehren von Prad und Lichtenberg konnten durch ihren schnellen Einsatz Schlimmeres verhindern. „Der Brand war schon ein großer Rückschlag. Es wird soviel positive Energie und Arbeit in so ein Festival gesteckt, dann tun solche Vorkommnisse schon sehr weh“, sagt Markus Mair von der Gleeman Crew. Vor allem auch sei es eine Frechheit gegenüber den Machern der Prader Country-Stadt, der Sektion Eishockey des ASV Prad, waren sich die Ghosttown-Organisatoren einig. Doch man ließ sich nicht vom Vorhaben, ein gelungenes Festival zu organisieren und eine alternative Kultur im Tal bekannt zu machen, abbringen und strotzte nur so vor Tatendrang. „Innerhalb von nur drei Tagen wurden zwei neue Bühnen aufgebaut und so konnte das Festival schließlich doch in vollem Umfang stattfinden“, sagt Klaus Zoderer. Und es zahlte sich aus. Die Besucher hatten augenscheinlich ihren Spaß, die Geisterstadt strotzte nur so vor Leben. 130 freiwillige Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Die FF Prad und das Weiße Kreuz waren auf dem Festival in Bereitschaft. Michael Andres
Michael Andres
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Vinschger Sonderausgabe

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