Steinmetze starten neue Gedenktag-Tradition
Publiziert in 43 / 2008 - Erschienen am 3. Dezember 2008
Laas – Seit dem 8. November, aber weil der auf einen Samstag fiel, seit dem 7. ist die Berufsfachschule für Steinbearbeitung „Johannes Steinhäuser“ in Laas inoffiziell unter den Schutz der Heiligen Castor, Symphorianus, Claudius und Nicostratus gestellt. Die Unter-Schutz-Stellung und die Wahl ausgerechnet dieser vier aus der großen Schar der Steinmetz-Schutzpatrone war natürlich keine Amtshandlung, sondern eine Franz-Waldnerische Anregung.
Der ideenreiche Berufsschuldirektor hatte den Gedenktag bei einem Steinmetzkongress in Freiburg miterlebt und ihn mit einem kleinen „Event“ in seiner Schule eingeführt. Absichern ließ Franz Waldner den „Beginn einer Tradition“ durch seinen Religionslehrer, den Dorf Tiroler Pfarrer Edmund Ungerer. Sehr anschaulich und einleuchtend erklärte der: „Die Schutzpatrone für Berufszweige haben ihren Ursprung in der mittelalterlichen Sozialstruktur. Damals stellten sich Schwache unter den Schutz eines Stärkeren“. Oberschullehrer Norbert Florineth faszinierte die anwesenden Besucher, Schüler, Gast-Hörer und Gast-Professoren mit einer kühnen Brücke vom Mythos des Prometheus, der den Menschen das Feuer gebracht und dadurch die Kultur ermöglicht hatte, bis zu den vier Heiligen, die zur Zeit Diokletians in einem pannonischen Steinbruch dadurch zu Tode gemartert wurden, dass man ihnen Ringe mit scharfen Spitzen in den Kopf schlug. Das Martyrium brachte ihnen den Beinahmen „die vier Gekrönten“ ein.
Nach dem aufklärendem Teil, an dem übrigens auch der Obmann des Bildungsausschusses Wilfried Stimpfl, sein Ausschussmitglied Liselotte Parth, Gemeindereferent Roman Horrer und Raika-Obmann und Steinmetzmeister Pepi Mayr teilgenommen hatten, lud Direktor Waldner zu einer wärmenden Gerst-Suppe. Norbert Florineth stellte fest, dass es keine warme Suppe gäbe ohne Prometheus.
Günther Schöpf