Damit die Almen eine Zukunft haben
Zwei Beispiele gelungener Investitionen
Das neue Almgebäude auf der Unteren Laaser Alm.
Der frühere Fraktionspräsident Paul Tröger
Fraktionspräsident Oswald Angerer
Ulli Innerhofer
An Ehrengästen fehlte es nicht.
Blick in die Stube.

Der Erhalt der Almen ist für alle wichtig

Untere Laaser Alm in neuem Glanz. Neue „Schafrhitt“ in Langtaufers.

Laas/Langtaufers - „Verlotterte“ Almen sind kein schöner Anblick. Weder für die Viehalter, noch für alle anderen, die auf den Almen Ruhe und Erholung suchen. Der Erhalt der Almgebäude ist aber auch mit viel Geld und Arbeit verbunden. Zwei Beispiele gelungener Investitionen sind das neue Almgebäude auf der Unteren Laas Alm, das am 27. August seiner Bestimmung übergeben wurde, sowie die neue „Schafrhitt“ in Melag, deren Eröffnung am Tag zuvor gefeiert worden war.

Lange Baugeschichte

Das Projekt für den Neubau der Unteren Laaser Alm, die auf 1.825 Höhenmetern liegt, geht auf das Jahr 2007 zurück. Das erste Baulos umfasste die Sanierung der Brücken, die Weideverbesserung und die Sanierung des Almweges. „Als zweites Baulos wurden der Abbruch und Wiederaufbau der Alm ins Auge gefasst“, führte der Präsident der Fraktion Laas, Oswald Angerer, bei der Eröffnungsfeier aus. Die Baukosten bezifferte er mit 400.000 Euro. Einen besonderen Dank zollte Angerer seinem Vorgänger Paul Tröger, unter dessen Federführung die Planung des Neubaus begonnen hatte, den Mitgliedern der Fraktionsverwaltung (Erich Trenkwalder, Ulli Innerhofer, Toni Perfler und Max Angerer), dem Sekretär Georg Perger, allen am Bau beteiligten Planern, Firmen und Handwerkern, der Forststation Schlanders, der Gemeinde Laas und nicht zuletzt den Viehaltern.

Viele Arbeitsschritte

Ulli Innerhofer blickte auf die einzelnen Arbeitsschritte des von Lukas Kuntner aus Meran geplanten Neubaus zurück. Er informierte über die Holzschlägerung im Laaser Tal für den Dachstuhl, die Baumeister- und Zimmermannsarbeiten, den Abbruch des alten und Bau des neuen „Pfarrers“, die Verkleidung desselben mit Natursteinen, die Elektro- und Hydraulikerarbeiten, die hochmoderne Einrichtung, die Einzäunung und weitere Arbeiten. Das gesamte Almgebäude ist gefliest. Es beherbergt u.a. eine gut ausgestattete Küche, eine Stube mit Bauernofen und Diwan, mehrere Zimmer sowie ein Bad mit elektrischer Fußbodenheizung. Der 37,5 Meter lange und 16,10 Meter breite Neubau entspricht genau den Maßen des alten „Pfarrers“. Von den 37,5 Metern wurden 10,3 für das neue Gebäude verwendet und der Rest lieb Stall. „Als Eigenverwaltung Laas können wir stolz sein, mit fast ausschließlich Laaser Betrieben eine Alm für die Laaser gebaut zu haben“, freute sich Innerhofer.“

„Gelungenes Werk“

Landesrat Richard Theiner, der geschäftsführende Amtsdirektor der Forststation Schlanders, ­Georg Pircher, sowie Bürgermeister Andreas Tappeiner und Altlandeshauptmann Luis Durnwalder sprachen von einem gelungenen Werk, das nicht nur dazu beitrage, die Almwirtschaft zu erhalten, sondern auch der Allgemeinheit sowie den Gästen zu Gute komme. Derzeit halten sich im Laaser Tal ca. 80 Stück Galtvieh auf. Durnwalder mahnte Lösungen zu mehreren Themen an. Die neue Nationalpark-Regelung sei so zu gestalten, „dass man im Nationalpark mit dem Nationalpark leben kann.“ Es sei nicht nur auf Fauna und Flora zu achten, sondern auch auf die Menschen, die im Park leben und wirtschaften. Nicht weiterhin in die Haare geraten sollte man sich in Sachen Marmor-Abtransport: „Alle sollten den Marmor zu gleichen Bedingungen auf möglichst umweltfreundliche Art zu Tal bringen können.“

Absage an Wolf und Bär

Besonders deutlich wurde Durnwalder zum Thema Großraubtiere: „Es ist an der Zeit, sich ernsthaft mit Wolf und Bär auseinanderzusetzen.“ In Südtirol gebe es keinen Platz für Wölfe und Bären. Durnwalder: „In Trient wurde der Bär künstlich eingeführt und jetzt wird gejammert. Die Bauern wollen keine Entschädigung haben, sondern sie wollen ihre Tiere“. Ähnlich hatte sich am Tag zuvor bei der Eröffnung der „Schafrhitt“ in Langtaufers auch Regionalassessor Sepp Noggler geäußert.

„Weg damit, legal oder illegal“

Bär und Wolf hätten in Südtirol nichts zu suchen. Diese Tiere müssten weg, „legal oder illegal.“ Im Vorfeld der Ansprachen auf der Unteren Laaser Alm hatte Pfarrer Rolad Mair einen Gottesdienst gefeiert sowie das neue Almgebäude und ein für die Stube bestimmtes Holzkreuz gesegnet. Für Musik sorgten die Böhmische der Musikkapelle Laas sowie Lisa und Benedikt mit der Ziehharmonika. Die Bauernjugend Laas versorgte die vielen Besucher aus Laas und darüber hinaus mit Speis und Trank. Zu den Ehrengästen gehörten u.a. auch Matthias Oberhofer, der ehe­malige Vorsitzende des Arbeitskreises der Eigenverwaltungen bürgerlicher Nutzungsrechte sowie etliche Fraktionspräsidenten. Das alte „Almhaus“ wird laut Oswald Angerer abgerissen. Bezüglich der sanierungsbedürftigen Oberen Alm kündigte er dem der Vinschger gegenüber an, dass heuer im Herbst eine Stromleitung bis zur Alm verlegt wird. Weitere Maßnahmen seien geplant.

Josef Laner
Josef Laner

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