Stellungnahmen zur Wahl des Senatskandidates

Publiziert in 1 / 2006 - Erschienen am 11. Januar 2006
Alois Kofler (55 Jahre, im Bild rechts); SVP-Senator in Rom, hatte erneut für den Senat kandidiert. Der SVP-Landesparteiausschuss hatte sich am 19. Dezember 2005 in einer geheimen Wahl in Bozen für Manfred Pinzger aus Vetzan entschieden. 117 der 121 Mitglieder waren anwesend, 60 Stimmen entfielen auf Pinzger, 56 auf Kofler. Drei Stimmzettel waren weiß abgegeben worden. 25 Pozent der SVP-Ortsgruppen des Wahlkreises hatten die Entscheidung beim Parteiausschuss beantragt, nachdem bei der Nominierung im Wahlkreis nicht die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit für die bindende Nominierung von Manfred Pinzger erreicht worden war. Am 9. April 2006 soll die Parlamentswahl stattfinden. „Der Vinschger“ hat einen Tag nach der Entscheidung Stellungnahme eingeholt, zuerst aber mit Verlierer Alois Kofler gesprochen. „Ich bin kein Sesselkleber“ „Der Vinschger“: Herr Senator, sind Sie enttäuscht? Kofler: Ich bin erleichtert, dass nun Klarheit eingetreten ist. Ich kann sehr gut damit leben. „Der Vinschger“: Ist die Entscheidung gerecht? Kofler: Auf Parteiebene sicher. Dem Willen der Basis wurde Rechnung getragen. „Der Vinschger“: Sie sind im Vinschgau gerne gesehen… Kofler: Ja, ich wurde im Vinschgau auch immer korrekt behandelt, was ich vom Burggrafenamt so nicht behaupten kann. „Der Vinschger“: Sie sind bereits lange politisch tätig. Bleibt es dabei? Kofler: Das weiß ich noch nicht. Ich habe jetzt einige Monate Zeit zum Überlegen. Bis im Mai werde ich im Amt in Rom sein, dann sehen wir weiter. Ich habe bereits gestern (am 19.Dezember, Anm. d. Red.) ein Angebot erhalten. Aber so schnell werde ich mich nicht entscheiden. Dennoch bin ich kein Sesselkleber. Das sieht man auch anhand meines politischen Werdeganges. Ich war einige Jahre Vizebürgermeister der Gemeinde Sarntal, dann Bürgermeister. 1988 habe ich erstmals bei den Landtagswahlen kandidiert. Bis 2001 war ich Landesrat für Bauten, Vermögen, Raumordnung und Informatik. In diese Zeit fällt auch die Übernahme der Straßen vom Staat an das Land. Dann der Wechsel nach Rom. Aber jetzt fällt auch nicht der Himmel herunter… „Der Vinschger“: Was wünschen Sie der Vinschger Bevölkerung? Kofler: Eine gute Vertretung auf allen Ebenen, Zusammenhalt und miteinander Auskommen. Roselinde Gunsch Koch, SVP-Bezirksobfrau: Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Für den politischen Bezirk war dies auch immens wichtig. Ich bin froh, dass der Parteiausschuss die Vorentscheidung des Wahlbezirkes ernst genommen hat und den Bezirk Vinschgau nicht auf die Seite geschoben hat. Zufrieden auch deshalb, weil sich die Geschlossenheit des Vinschgaus gezeigt hat. Josef Noggler, Präsident der Bezirksgemeinschaft Vinschgau: Grundsätzlich bin ich erfreut, dass Manfred Pinzger die Abstimmung für sich entscheiden konnte. Er war ja auch bei den Vorentscheidungen vorne. Zudem bedeutet diese Wahl auch eine Stärkung des Bezirkes Vinschgau. Pinzger ist seit langem in Parteigremien dabei. Wunder dürfen wir uns allerdings nicht erwarten. Nicht, dass „die Etsch auf einmal beim Reschen heraus rennen“. Mir persönlich tut es leid für Alois Kofler. Er hat bereits als Landesrat gut für den Vinschgau gearbeitet und als Senator uns regelmäßig aus Rom informiert. Robert Koch Waldner, Unternehmer im Vinschgau: Ich finde es gut, dass der Parteiausschuss den Willen der Basis respektiert hat. Das letzte Mal war es ja eine Katastrophe gewesen. Nun wünsche ich mir, dass im Bezirk Vinschgau endlich Ruhe und Friede einkehrt. Auch sollen die Interessen des Bezirkes vordergründig sein und nicht jene einzelner Personen. Einfach vorwärts schauen! Koch Waldner hatte1998 und 2003 für den Landtag kandidiert und den Sprung nicht geschafft. 2003 war er gemeinsam mit Manfred Pinzger angetreten. Frauen äußerten sich lieber als die Männer Judith Steck (39 Jahre), Angestellte, Mals: Ich hoffe, dass wir nun einen Vorteil haben mit einem Vinschger Kandidat, wenn er dann nach Rom kommt. Ich wünsche mir, dass er auch auf die Anliegen der einfachen Bevölkerung eingehen wird. Monika Sprenger (53), Hausfrau, Mals: Mich hat es gefreut, dass es in der SVP an Weihnachten noch Wunder gibt. Lorenz Schütz (37), Unternehmer, Mals: Ich finde es gut, dass ein Vinschger Kandidat für den Senat ist. Dann muss man abwarten, was für den Vinschgau möglich sein wird. Rita Bernhart (47), Verkäuferin, Schlinig: Mir war der Kofler recht. Er hat sich mit uns Vinschgern in Verbindung gesetzt. Von mir aus hätte er auch bleiben können. Wichtig ist, dass wir weiterhin aus Rom regelmäßig informiert werden. Paula Ladurner (60), Inhaberin einer Bar, Mals: Bin froh, dass ein Vinschger der Kandidat ist. Kofler hat seine Arbeit gut gemacht, ich habe ihn auch persönlich kennen gelernt. Trotzdem freue ich mich über den Vinschger Kandidat. Englbert Thanei (49), Angestellter, Matsch: Wir hoffen, dass wir dann auch etwas spüren werden, wenn ein Vinschger im Senat vertreten sein wird. Es ist gut so und ein Vorteil, dass ein Vinschger nach Rom kommt. (dany) Peter Ratschiller (39), Vetzan, Tankwart (lachend): „Vielleicht schafft’s der Pinzger, dass der Benzin im Tal billiger wird.“ Melanie Mair (23), Latsch, Hausfrau und Büroangestellte: „Eigentlich habe ich erst kürzlich darüber gelesen. Ich hätte mir durchaus den Armin Pinggera vorstellen können; der bringt eine Menge Erfahrung mit.“ Mathias Ilmer (23), Goldrain, Baggerist: „Das wird schon passen und übrigens, so genau habe ich die Kandidatenkür nicht verfolgt.“ Sieglinde Reinstadler (63), Latsch, Hausfrau: Ganz genau habe ich die Sache nicht verfolgt, obwohl es mich schon interessiert; jedenfalls finde ich es super, dass wieder ein Vinschger dabei ist.“ Hansjörg Stecher (39), Latsch, Staplerfahrer: „Endlich ist wieder einer von uns dabei.“ Gerd Ennemoser (17) Latsch, Oberschüler: „Das hat mich alles wenig interessiert. Ich habe nichts verfolgt.“ (s)
Daniela di Pilla
Daniela di Pilla
Vinschger Sonderausgabe

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