Den Vinschgau attraktiv gestalten

Publiziert in 2 / 2015 - Erschienen am 21. Januar 2015
Wirtschaftsvertreter im Gespräch mit LH Arno Kompatscher. Geeignete Rahmenbedingungen für Peripherie gefordert. Vinschgau - Mit derzeit rund 4.400 Betrieben im Vinschgau, die ca. 11.400 Personen beschäftigen, hat sich die wirtschaftliche Lage in den vergangenen zehn Jahren kaum verändert. „Die Unternehmerinnen und Unternehmer brauchen mehr denn je geeignete Rahmenbedingungen, um auch weiterhin ihrer Tätigkeit nachgehen und Arbeitsplätze schaffen zu können.“ Diese Forderung erhob SWR-Bezirkspräsident Johann Wallnöfer kürzlich zusammen mit Wirtschaftsvertretern bei einem Gespräch mit Landeshauptmann und Wirtschaftslandesrat Arno Kompatscher. Auf die bürokratischen Belastungen bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen ging Andreas Nagl ein, Präsident, de lvh-Bezirks Untervinschgau. Er forderte geeignete Kriterien und eine stärkere Sensibilisierung von Seiten der öffentlichen Vergabestellen, damit auch Kleinst- und Kleinbetriebe die Möglichkeit haben, sich an einer Ausschreibung zu beteiligen. Mehr Sinn für das Wesentliche forderte Siegmar Karl Tschenett, Bezirksvertreter der Vereinigung Südtiroler Freiberufler. Er hob die bürokratischen Auflagen für die Unternehmer im Allgemeinen hervor und zeigte mit konkreten Beispielen auf, wie diese die unternehmerische Tätigkeit beeinflussen können. Arno Kompatscher verwies darauf, dass in Südtirol im Vorjahr rund 74% der öffentlichen Aufträge an lokale Unternehmer vergeben wurden. Er räumte aber ein, dass die Vergabestellen bezüglich der verschiedenen Möglichkeiten einer Ausschreibung stärker sensibilisiert werden müssten. Erste wesentliche Erleichterungen sehe das Omnibusgesetz Nr. 8 von 2014 vor, weitere werden im neuen Südtiroler Vergabegesetz folgen. Bürokratieabbau im Visier Weiters habe die Landesregierung bereits im Koalitionsabkommen einen konsequenten Bürokratieabbau festgeschrieben. Das Ziel sei es, jedes Gesetz vor der Verabschiedung einem Bürokratiecheck zu unterziehen. Um den ländlichen Raum zu schützen und zu unterstützen, müsse den Zentralisierungstendenzen bei Einrichtungen und Infrastrukturen entgegengewirkt werden, damit auch weiterhin Arbeitsplätze in der Peripherie erhalten und neue geschaffen werden können, forderte der Bauernbund-Bezirksobmann Raimund Prugger. Dieser Forderung schloss sich auch hds-Bezirkspräsident Dietmar Spechtenhauser an. Er sprach sich für konkrete Projekte zur Unterstützung von Betrieben mit Nahversorgungsfunktion aus sowie für eine Aufwertung der Ortskerne. Maßnahmen zur touristischen Aufwertung des Vinschgaus forderte Karl Pfitscher, Gebietsobmann des HGV. Er nannte vor allem die Elektrifizierung der Vinschgerbahn, die Anbindung an die Schweiz, die Vervollständigung des Vinschger Höhenweges und die Aufstiegsanlagen. Ländlichen Raum unterstützen Auf die Bedeutung einer schnellen Erreichbarkeit der Unternehmen über Schiene, Straße und schnellem Internet ging Gustav Rechenmacher ein, der Bezirksvorsitzender des Unternehmerverbandes. Er forderte von der Landesregierung eine Gesamtlösung in punkto Umfahrungen im Vinschgau und die Versorgung aller Betriebe mit schnellem Internet. Bezirkspräsident Andreas Tappeiner ging auf das Thema einer eigenständigen Stromversorgung ein. Kompatscher nahm zu allen Themen Stellung. Es sei ein erklärtes Ziel der Landesregierung, qualitativ hochwertige Arbeitsplätze in der Peripherie zu erhalten bzw. zu schaffen. „Die Südtiroler Wirtschaft steht vor großen Herausforderungen, die es gemeinsam anzugehen gilt. Solche Gespräche sind eine erfolgsversprechende Grundlage“, sagte SWR-Präsident Philipp Moser. red
Redaktion
Vinschger Sonderausgabe

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