„Wenn Pflanzen verschwinden, verschwinden auch Bienen,“ sagt Hubert Stillebacher.

Die Biene hat einen schweren "Flug"

Publiziert in 21 / 2013 - Erschienen am 5. Juni 2013
Bis Ende Oktober kann man im Nationalparkhaus „naturatrafoi“ in die Welt der Bienen eintauchen. Auf verständliche und unterhaltsame Weise wird vermittelt, welch enorme Bedeutung die Honigbiene in der Natur und für den Menschen hat. Bei der Eröffnung der Sonderschau am 30. Mai ging der Nationalparkförster und Imker Hubert Stillebacher aus Prad der Frage nach: „Wer bestäubt in Zukunft unsere Pflanzen?“ Die älteste nachgewiesene Honigbiene ist ca. 80 Mio. Jahre alt. Sie hat sich bis heute kaum verändert. Der Mensch hat vor rund 40.000 Jahren erstmals Honigwaben entnommen. Die Honigbiene gehört zu den wichtigsten Bestäubern von Blühpflanzen. 60 bis 80% der Kulturpflanzen, z.B. Apfelbäume, werden von der Honigbiene bestäubt. Auch auf das aktuelle Thema des Bienensterbens ging Stillebacher ein: „Es gab schon vor über 100 Jahren einen Bienenrückgang. Pestizide gab es damals noch keine.“ Der Pestizid-Einsatz in der intensiven Landwirtschaft ist einer der Faktoren für den Rückgang. Weitere Ursachen sind die Verarmung der Landschaft, zu starke Düngung, Parasitenbefall, Gentechnik, Krankheiten oder Sprühnebel. Und auch die Imker selbst tragen Mitschuld: „Nicht hier bei uns nicht, wohl aber in den USA, wo es eine regelrechte Massentierhaltung gibt.“ In punkto Pestizide seien neue Denkansätze gefragt: „Man sollte die Chemiekonzerne nicht weiter unterstützen.“
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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