Die tektonische Spalte, die der Weg nach Schermetzein überqueren muss.

Natur und Landschaft bleiben auf der Strecke

Publiziert in 30 / 2013 - Erschienen am 4. September 2013
Umweltschutzgruppe, AVS Schnals und AVS-Referat für Natur und Umwelt kritisieren Landesregierung Schnals - Die Erschließung von Almen mit Straßen wird von der Umweltschutzgruppe Vinschgau (USGV), der AVS-Ortsstelle Schnals und dem AVS-Referat für Natur und Umwelt seit einiger Zeit intensiv bearbeitet. Bei einer Besichtigung der derzeit im Bau befindlichen Zufahrtsstraße auf die Moaralm im Schnalstal wurde das Thema erneut aufgegriffen. „Die Enttäuschung darüber, dass die Landesregierung trotz negativer Fachgutachten und Proteste an Erschließungsvorhaben festhält, ist groß. Kürzlich wurde offengelegt, dass die Landesregierung rund 80% der Rekurse, die gegen ein negatives Gutachten der Fachkommissionen gerichtet sind, annimmt,“ heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der USGV, des AVS Schnals und des AVS-Referates für Natur und Umwelt. Die Begründungen seien dabei meist oberflächlich und bei genauerer Betrachtung geradezu lächerlich. Der Natur- und Landschaftsschutz bleibe dabei auf der Strecke. Anhand von 3 Beispielen wird die „gängige Genehmigungspraxis“ aufgezeigt, wenn es um den Bau von Erschließungswegen geht. „Schon bei der Sichtung der Unterlagen zur Erschließung der Moaralm wurde offensichtlich, dass es sich um nicht zutreffende Argumente handelte, die den Wegebau begründen sollten,“ heißt es in der Mitteilung. Die Landschaftsschutzkommission hatte das Vorhaben abgelehnt. Es wurde aber rekurriert und die Landesregierung nahm den Rekurs an. Die Art und Weise, wie der Weg nun gebaggert wurde, finde selbst der zuständige Landesrat nicht in Ordnung. Als zweites Beispiel wird der Forstweg Schermetzein - Schlossalm Juval genannt. Es wird ein 3,2 km langer Erschließungsweg von Oberjuval bis zum Ganner-Wald gebaut. Der Weg werde zum Teil dort errichtet, „wo an eine Waldnutzung nicht zu denken ist.“ Auch in diesem Fall habe es negative Gutachten mit Hinweis auf schwere landschaftliche und ökologische Beeinträchtigungen abgegeben. Der Weg überquert mehrmals eine lange und tiefe tektonische Spalte. Der Eingriff stelle auch eine erhebliche Gefahr für die darunter liegenden Gebäude und für die Wanderer am Waalweg dar. Auch in diesem Fall habe sich die Landesregierung über die Gutachten hinweggesetzt. Als drittes Beispiel wird das Lagauntal in Schnals angeführt: „Der Schutz des Lagauntals vor Erschließungen wurde von der Landesregierung abgelehnt.“ Sie habe einen Passus aus dem Landschaftsplanentwurf gestrichen, „um damit den Bau einer Zufahrtsstraße in dieses frei von jeglicher Infrastruktur gebliebene Tal grundsätzlich zu ermöglichen.“ Die Landesregierung treffe viele Entscheidungen gegen den Naturschutz und gegen Argumente der Fachleute, aber zum Teil auch gegen die Entscheidungen der politischen Vertreter vor Ort. red
Redaktion
Vinschger Sonderausgabe

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