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Auch mit einem Dachgarten ist der neue Zubau ausgestattet.

Der neue Krankenhaus-Trakt ist eine Bereicherung für das ganze Tal

Publiziert in 21 / 2005 - Erschienen am 4. November 2005
Schlanders – Nach fast 20-jährigen Planungs- bzw. Bauarbeiten und Gesamtinvestitionen von 72,5 Millionen Euro konnte am 22. Oktober der neue Trakt des Krankenhauses Schlanders gesegnet und offiziell eröffnet werden. Die Festredner sprachen von einer Bereicherung für das ganze Tal. Der Großteil der Dienste ist bereits in den vergangenen Monaten übersiedelt: Erste Hilfe, Radiologie, Funktionsdiagnostik, Operationssäle, Tagesklinik, Ambulatorien, Labor, Entbindung, Physikalische Therapie und Dialyse. Die Zentrale Überwachungsstation und die Mutter-Kind-Abteilung sollen bis Jahresende folgen. Damit verbleiben im alten Krankenhausgebäude die Bettenabteilungen (mit Ausnahme der Kinderheilkunde), denen nun mehr Platz zur Verfügung steht. „Neue Strukturen sind wichtig und moderne Geräte ebenso, noch wichtiger aber sind die Ärzte, das gesamte Personal und die Patienten“, sagte Andreas Fabi, der Generaldirektor des Sanitäsbetriebes West. „Im Krankenhaus Schlanders werden ab dem 5. Dezember zusätzlich Operationen für Hüft- und Knieprothesen durchgeführt“, kündigte Fabi ab, „wobei nicht nur Patienten aus dem Vinschgau berücksichtigt werden, sondern auch von auswärts“. Der Schlanderes Bürgermeister Johann Wallnöfer erinnerte im Namen der Gemeinde und der Bezirksgemeinschaft Vinschgau an die Weitsicht der Gründer des Krankenhauses Schlanders, „der wohl wichtigsten Struktur des Tales“. Der neue Trakt sei eine Bereicherung für das ganze Tal. Johann Wallnöfer rief die zuständigen Politiker auf, jetzt auch noch den Umbau bzw. Neubau des Bettentraktes voranzutreiben, um den Stellenwert des Krankenhauses auch für die ferne Zukunft zu sichern. Von der Sanitätsreform erhofft sich Wallnöfer mehr Qualität. Er rief auch in Erinnerung, dass das Krankenhaus mit 322 Mitarbeitern (157 davon arbeiten in Teilzeit) der größte Arbeitgeber in der Gemeinde ist. Klare Worte, speziell auch zur viel diskutierten Sanitätsreform und zum Südtiroler Gesundheitswesen insgesamt, fand Landeshauptmann Luis Durnwalder. „Eine Reform in der Organisation wird es nur dann geben, wenn die Qualität der Dienste verbessert werden kann und wenn die langfristige Garantie gegeben ist, die Dienste und Strukturen aufrecht erhalten zu können“, versprach er. Kein Krankenhaus soll geschlossen werden, „wir müssen aber den Mut haben, über eine Reform zu reden, um dort in der Organisation zu sparen, wo Kosten reduziert werden können“. Das Land bemühe sich, die Dienste immer stärker zu den Bürgern hinauszubringen. Den Basisärzten in Südtirol sei zu viel Bürokratie „aufgehalst“ worden und „mit den Sprengeldiensten sind wir teilweise zu weit gegangen“. Der Bautenlandesrat Florian Mussner ließ die Baugeschichte Revue passieren. Der neue Trakt verfüge über hochmoderne medizinische Geräte. Die Räume seien schön und funktionell. Es sei gelungen, eine sterile Atmosphäre, wie sie in Krankenhäusern oft anzutreffen sei, zu vermeiden. „Sowohl als Landesrat für das Gesundeitswesen als auch als Bezirksvertreter erfüllt mich der heutige Tag mit Freude“, sagte Richard Theiner. Er erinnerte an die Eröffnung des Krankenhauses im Jahr 1958. Das Hauptverdienst für den Krankenhausbau sei dem damaligen Schlanders Bürgermeister Erich Müller zuzuschreiben. Für den neuen Zubau habe sich maßgeblich der frühere Gesundheitslandesrat Otto Saurer eingesetzt. Auch der Landeshauptmann und Andreas Fabi hatten Saurers Verdienste hervorgehoben. „Wir haben jetzt moderne Räume und Geräte, nun geht es darum, dieses Potential voll auszuschöpfen“, führte Theiner aus. „Wir wollen keine Reduzierung der medizinischen Dienste und auch keine Schließungen, um strukturelle Veränderungen aber kommen wir nicht umhin“, sagte er. Ins Auge gefasst werde unter anderem eine schlanke Führungsstruktur, „Parallel- und Mehrfachstrukturen wie etwa vier Lohnämter oder vier Stellen für den Ankauf von Großgeräten sind abzubauen“. Theiner spielte hier klar auf die Schaffung eines einzigen Sanitätsbetriebes an. Es gehe darum, ein flächendeckendes, öffentliches und für alle gleichermaßen zugängliches Gesundheitssystem für die Zukunft zu sichern, wobei dieses auch finanzierbar bleiben müsse. Zusätzlich zu seiner primären Funktion als Krankenhaus für die Grundversorgung werde das Krankenhaus Schlanders auch seine besonderen Stärken einbringen können, besonders im Bereich der Hüft- und Knieprothetik. „Was lange währt, wird endlich gut“. Mit diesem Spruch wartete Anton Theiner, Primar und ärztlicher Leiter des Krankenhauses, auf. „Der Vinschgau braucht dieses Krankenhaus“, sagte er. Der Neubau des Bettentraktes dränge sich auf. Anton Theiner rief die Zuständigen auch dazu auf, für ausreichend Personal im ärztlichen und pflegerischen Bereich zu sorgen, um Wartezeiten einzuschränken. Geplant hat den neuen Trakt Architekt Kurt Stecher aus Prad. Besonderen Wert legte Stecher auf ein patienten- und mitarbeiterfreundliches Ambiente. Auf dem Dach des Zubaus befindet sich ein Dachgarten. Gemeinsam mit dem Vinschger Ku?nstler Ulrich Egger wurden die Kapelle und der Aufbahrungsraum ku?nstlerisch gestaltet sowie fu?r die Wartebereiche Schriftbilder mit 12 Su?dtiroler Lyrikern geschaffen. Den kirchlichen Segen erteilte Dekan Josef Mair, der auch die Kapelle weihte. Zur Eröffnungsfeier, die von der Pflegedienstleiterin Martha Lechthaler moderiert und von der Bürgerkapelle Schlanders musikalisch umrahmt wurde, hatten sich Gäste aus dem ganzen Tal und darüber hinaus eingefunden. Auch die Bevölkerung war eingeladen worden, die neuen Räume zu besichtigen.
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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