Und wieder blüht das Edelweiß
Kommissar Anton Patscheider (links) gratuliert zur Ablöse durch Peter Trafoier, der seit Sonntag, 8. Mai 2016, 23.30 Uhr, gewählter Bürgermeister von Schluderns ist.

Peter Paul I. von Schluderns

Publiziert in 18 / 2016 - Erschienen am 11. Mai 2016
Peter Paul Trafoier hat es geschafft und für die Südtiroler Volkspartei wieder den Bürgermeistersessel zurückerobert. Schluderns - Nicht der älteste, sondern einer der beiden dienstältesten Gemeindepolitiker in Schluderns hat am Vorwahltag Stimmung und Wahlbeteiligung ziemlich genau eingeschätzt. Um 17 Uhr hatten erst 44,24 % der Bürger gewählt, um 7 Prozentpunkte weniger als am 4. Mai 2014. Um 20.10 Uhr meinte Heiko Hauser, seit 2000 ununterbrochen Mitglied des Gemeinderates, Referent und zweimal Bürgermeisterkandidat: „Wir werden nicht an die Wahlbeteiligung von 2014 (73,20 %) herankommen, aber gut 67 % werden es am Ende sein“ Das habe diesmal mit der Stimmung zu tun. Alles sei entspannt und sachlich verlaufen. Niemand habe Drohungen ausgestoßen, polemisiert oder irgendwelche Personen der anderen Listen schlecht geredet. Keine Gruppierung habe es für notwendig befunden, aggressiv Wahlwerbung zu betreiben. „Natürlich kann es auch mit einer gewissen Wahlmüdigkeit nach dem Motto – es ändert sich eh nix – zusammenhängen. Dass es am Ende doch über 67 % sein werden, hat auch mit Erstkommunion und Ausflug-Wetter zu tun“, analysierte der „Wahlveteran“. Viele hätten erst in den Abendstunden die Wahllokale in der Grundschule aufgesucht. Überzeugung oder kleineres Übel? Die Rangliste der Bürgermeisterkandidaten führen die 2 „unverbrauchten“ Kandidaten an. Der SVP-Vertreter Peter Trafoier, kaufmännischer Angestellter i. R., der seit Montag, 9. Mai alles andere als im Ruhestand sein wird, hat den nächsten Konkurrenten, den Unternehmer Franz Kofler von der neu gegründeten Dorfliste, um 134 Stimmen abgehängt. Der Wahlmodus, dass der Bürgermeistername nicht mit dem Listenzeichen zusammen aufscheinen musste, könnte ein Grund sein, dass Trafoier einen bestimmten Teil seiner 401 Stimmen auch im Wahlstimmenteich der anderen Gruppierungen fischen konnte. Auf alle Fälle: Das Bürgermeisteramt ist an die Südtiroler Volkspartei zurückgefallen, auch ohne große Einflüsterungen von außen. Eher hatten es die Bürger satt, durch Sätze wie „Die Schludernser scheinen noch nicht reif…“ oder „In Schluderns schätzt man eine neue Art von Politik nicht…“ abgewertet zu werden. Sie werden sich wohl an den korrekten und ehrlichen ehemaligen Sportvereinspräsidenten erinnert haben. Sie hatten seine offenen und eindeutigen Wortmeldungen im Gemeinderat im Kopf. Eine davon an jenem fatalen 1. Dezember 2015 war: „Hier werden keine Mehrheiten respektiert“. Mehrere Bürger hatten am Wahltag keine Namen genannt, aber sich zu Äußerungen hinreißen lassen wie: „Irgendeiner muss dem ewigen Diskutieren ein Ende bereiten.“ Etwas resignierend hieß es auch: „Jetzt haben wir das kleinere Übel gewählt.“ Es beginnt die Mehrheitssuche Oder wird es ein Mehr(heits)kampf? Trafoier und die SVP brauchen mit den 6 Sitzen im Rat der 15 einen Koalitionspartner, um im Gemeinderat einigermaßen stabile Mehrzeiten bilden zu können. Über die Zusammensetzung des Ausschusses kann man trefflich spekulieren, aber eben nur spekulieren. Es kommt darauf an, ob der neue Bürgermeister konsequent den Wählerwillen respektieren wird oder ob er auf Koalitionen aus. Es bietet sich eine sehr große mit SVP, Bürger- und und Dorfliste an. Das wären dann 13 Stimmen. Es könnte eine große abgeben mit SVP und Bürgerliste und eine beruhigende Mehrheit von 11 Stimmen. Entscheiden könnte sich Bürgermeister Trafoier auch, den Ausschuss auf 5 Mitglieder zu erhöhen. Wie auch immer: Bürgermeisterkandidat Franz Kofler mit seinen beachtlichen 267 Stimmen, Andreas Hauser, der Routiner mit 256 Stimmen und der unverwüstliche Heiko Hauser mit 249 Stimmen stehen bereit. An der bestgewählten Frau, an Brigitta Stecher Parth und ihren 187 Stimmen führt schon wegen der Frauenquote kein Weg vorbei. Auch das Amt der Stellvertreterin wäre ihr schon vertraut. Bei einem „Vierer-Ausschuss“ könnte es zu einem neuerlichen „Frauen-Opfer“ kommen. Außen vor bleiben die Liste „Mitnond“ und ihr Spitzenkandidat Armin Bernhard (124 Stimmen). Zwar ist sie dank der „Listenverbindung“ mit der Dorfliste wieder zu einem Restmandat gekommen und daher mit zwei Räten vertreten, aber die Abstrafung ist unübersehbar. Sie wurde als Auslöser des Zusammenbruchs der „Regierung Wegmann III“ betrachtet. Den eigentlichen Grund sahen die Wähler im Rücktritt der scheinbar „unersetzbaren“ Vizebürgermeisterin Astrid Reinstadler. Sie wurde von 133 Stimmen im Mai 2014 auf ernüchternde 22 Stimmen reduziert. Einsteiger, Aufsteiger und Durchgefallene Fast ein Drittel der stimmberechtigten 1.659 Bürger haben die Wahl „geschwänzt“. Von den 1.127 Schludernsern, die zur Wahl gegangen sind, haben 45 weiß abgegeben; 34 weitere Stimmzettel mussten als ungültig erklärt werden. Die siegreiche SVP (457 Stimmen) schickt mit Heiko Hauser einen „Mehrfachaufsteiger“ in den Rat; 90 Wähler mehr als 2014 hat er überzeugen können. Um 9 Stimmen verbessert hat sich auch Mirko Stocker. Beachtliche 34 Stimmen dazu bekam diesmal Rudolf Stocker. Einen Blitzstart hat Edwin Lingg mit „frischen“ 160 Stimmen hingelegt. Mit Mirko Stocker sind nun beide Köpfe der „Südtiroler Ritterspiele“ im Rat vertreten. Pia Trafoier, einzige SVP-Frau, konnte ebenfalls ihr Kontingent um 53 Stimmen erhöhen. Die Bürgerliste (322 Stimmen) musste dieses Mal Federn lassen. Listenführer Andreas Hauser verlor 44 Stimmen gegenüber 2014; bei Brigitta Stecher waren es sogar um 89 weniger als bei den letztjährigen Wahlen. Ulrich Ruepp ist der Neue mit respektablen 161 Stimmen. Dazu kommen Martha Innerhofer, 43 weniger, und Christian Schwarz, 31 Stimmen weniger als 2014. Nicht mehr geschafft hat es Irene Fritz. Von der Freien Liste Mitnond sitzen Bürgermeisterkandidat Armin Bernhard, 124 gegenüber den 78 Stimmen als einfacher Gemeinderat, und mit Restmandat Monika Gunsch (59 Stimmen) im Rat. Das 2. Restmandat erhielt die Dorfliste dank des Listenbündnisses mit Mitnond. Wieder hatte Romina Eberhöfer das große Glück. Als Unparteiische konnte sie diesmal 78 Stimmen auf sich vereinen; bei den letzten Wahlen als Freiheitliche waren es nur 23. Günther Schöpf
Günther Schöpf
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