Wertvoll und wichtig
Die Psychosoziale Beratung der Caritas
Der Neo-Rentner Christian Folie (mit Blumenstrauß) im Kreis des PSB-Mitarbeiterteams und von Vertreterinnen und Vertretern der Netzwerkpartner der Psychosozialen Beratung.
Obwohl er im Ruhestand ist, wird Christian Folie (rechts im Bild mit dem Caritas-Bereichsleiter Guido Osthoff) einen Teil seiner Suchtberatungs-Arbeit ehrenamtlich fortsetzen.

Über 3.000 Therapiegespräche

Netzwerktreffen der Psychosozialen Beratung. Dickes Dankeschön an Christian Folie.

Publiziert in 15/16 / 2019 - Erschienen am 23. April 2019

Schlanders - Die Sozialsprengel des Vinschgaus, das Krankenhaus, die Basisärzte, das Arbeitsvermittlungszentrum, die Familienberatungsstelle fabe, der Psychologische Dienst, die Caritas Schuldnerberatung, das Zentrum für psychische Gesundheit, der Dienst für Abhängigkeitserkrankungen Meran, Therapiegemeinschaften und Therapiezentren, die Gemeinden und verschiedene Selbsthilfegruppen. Die Liste der Partner, mit denen die Psychosoziale Beratung (PSB) der Caritas mit Sitz in der Hauptstraße 131 in Schlanders zusammenarbeitet, ist lang. Wie wichtig und wertvoll diese Zusammenarbeit ist, wurde beim Netzwerktreffen 2019 unterstrichen, zu dem die PSB kürzlich die Partner eingeladen hat. Einleitend blickte das Team der PSB, bestehend aus Walburga „Walli“ Unterholzner, Martina Trafoier, Valentine Inderst, Christiane Folie und Edi Mairösl, kurz auf die Tätigkeiten 2018 zurück. 

Fortbestand gesichert

Erleichtert und erfreut zeigte sich das Team, dass es im Vorjahr gelungen ist, den Forstbestand der PSB für die nächsten Jahre zu sichern. Die dafür notwendige Konvention und die Akkreditierung konnten erfolgreich über die Bühne gebracht werden. Zu verdanken sei dies in erster Linie dem besonderen Einsatz des bisherigen Leiters des Dienstes, Christian Folie. Das Team der PSB, das sich aus Fachkräften aus den Bereichen Suchtberatung, psychologische Betreuung und Therapie zusammensetzt, ist sowohl für den Bereich Sucht zuständig, als auch für andere Bereiche, vor allem für Erkrankungen psychosomatischer Art. Die Palette von Suchterkrankungen hat sich im Laufe der Jahre erweitert. Neben Alkohol, Nikotin, Drogen und bestimmten Medikamenten können auch Verhaltensweisen einen suchtartigen Charakter annehmen. Hier sind etwa die Spielsucht und das Internet zu nennen, die Konsum-Sucht oder problematisches Essverhalten. Die Hauptaufgabe des PSB-Teams ist es, Betroffene und Angehörige über Behandlungsmöglichkeiten zu beraten, ambulante psychologische Beratungen und Therapien anzubieten, Betroffene während stationärer Behandlungsphasen in Krankenhäusern oder Therapieaufenthalten in Kliniken zu begleiten und sie mit Nachsorge-Angeboten zu unterstützen.

Alkohol Suchtproblem Nummer eins

Insgesamt wurden im Vorjahr am Hauptsitz in Schlanders und in der Außenstelle im Sprengelsitz in Mals 400 Klienten beraten und betreut. Die Zahl der Therapiegespräche belief sich auf 3.076. Das nach wie vor größte Problem im Bereich der Suchtkrankheiten ist mit fast 70% der Alkohol, gefolgt von der Abhängigkeit von bestimmten Medikamenten (18%), dem Glücksspiel (7%), den illegalen Drogen und den Essstörungen. Besorgniserregend sei u.a., dass das Alter der Klienten im Sinken begriffen ist. Auch 10-, 11- und 12-Jährige gehören zu den betreuten Personen, speziell was den psychosomatischen Bereich betrifft. Was die Zahlen und Statistiken noch zeigen, ist der Umstand, dass sich immer mehr junge Männern trauen, Hilfe zu suchen und anzunehmen. Beim Großteil der betreuten Menschen sind es die Betroffenen selbst, die sich melden. Aber es sind zunehmend auch Angehörige, die sich an die Psychosoziale Beratung wenden. Was die Berufsgruppenzugehörigkeit der Klienten angeht, so handelt es sich bei 30% um Arbeiter/innen, gefolgt von Angestellten und Rentnern/innen, Arbeitslosen, Selbstständigen, Hausfrauen- und -männern sowie Schülern/innen.

Anonymität wird garantiert

Großen Wert legt die PSB auf Verschwiegenheit und Anonymität. Beraten lassen können sich alle, die Fragen zu Konsum, Missbrauch und Abhängigkeit haben, die für sich selbst Orientierungshilfe und Beratung benötigen, die sich um ihren Partner, einen Angehörigen oder einen Freund Sorgen machen, die ein betroffenes Familienmitglied haben oder die an ihrer Schule, in ihrem Betrieb oder im Verein eine Sensibilisierungsveranstaltung zum Thema Suchtprävention organisieren möchten.

Christian Folie im Ruhestand

Eine handfeste Überraschung für das PSB-Team war die Entscheidung von Christian Folie, die sogenannte „Quote 100“ in Anspruch zu nehmen und in den Ruhestand zu treten. Er ist seit dem 1. April in Pension. Guido Osthoff, der zuständige Bereichsleiter der Caritas, würdigte die 30-jährige Pionier- und Aufbauarbeit von Christian Folie. Er erinnerte auch daran, dass die seinerzeit gegründete Suchtberatungsstelle in Schlanders die landesweite erste war. Auch viele Vertreterinnen und Vertreter der PSB-Netzwerkpartner dankten Christian Folie für seinen jahrzehntelangen Einsatz und die gute Zusammenarbeit. Christian Folie sei stets ein wichtiger und wertvoller Ansprechpartner gewesen. Der Neo-Rentner seinerseits bedankte sich bei allen Mitarbeitern und Mitstreitern. Gerne gehört haben alle, dass er einen Teil seiner Suchtberatungs-Arbeit ehrenamtlich fortsetzen wird. Außerdem wird er auch während der Übergangszeit bis zur Neubesetzung der Leitungs-Stelle behilflich sein.

Erreichbarkeit

Telefonisch erreichbar ist die PSB an den Vormittagen von Montag bis Freitag von jeweils 8.30 bis 12 Uhr (0473 621 237; E-Mail: psb@caritas.bz.it). Termine in der Außenstelle Mals werden nach Vereinbarung angeboten.

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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