Schritt für Schritt
ELEKTRIFIZIERUNG DER VINSCHGER BAHN SCHREITET VORAN
Bildsynthese der im nächsten Jahr geplanten Erweiterung der Remise am Bahnhof Mals

Was bisher geschah und was im neuen Jahr geplant ist

Vom 2. Jänner bis zum 18. März 2018 wird die Teilstrecke Meran-Töll gesperrt.

Publiziert in 40 / 2017 - Erschienen am 14. November 2017

Vinschgau - Die Elektrifizierung der Vinschger Bahn ist derzeit eines der größten Eisenbahnprojekte im Land. Erste Bauarbeiten wurden 2016 sowie im laufenden Jahr durchgeführt. In den nächsten Monaten folgen weitere Schritte, damit im Jahr 2019 entlang der Strecke 1.500 Masten für die Oberleitung aufgestellt werden können. Dass es an der Zeit war, die Bahn zu elektrifizieren, stand laut dem Mobilitätslandesrat Florian Mussner fest, nachdem die Kapazitätsgrenze mit rund 1,9 Millionen Fahrgästen erreicht war. „Unser Ziel ist es, möglichst viel Verkehr von der Straße auf die Schiene zu bringen und für eine nachhaltige, umweltfreundliche, sichere und attraktive Mobilität zu sorgen“, so Mussner. Die Elektrifizierung der Vinschger Bahn „wird uns diesem Ziel ein großes Stück näherbringen.“ In Zukunft werden auch im Vinschgau elektrische Niederflurzüge unterwegs sein, in denen rund doppelt so viele Fahrgäste Platz finden. Außerdem werden sie bequem im Halbstundentakt nach Meran und weiter nach Bozen fahren können.  

Was wurde bisher gemacht?

In den Jahren 2016 und im laufenden Jahr 2017 wurden an drei Bahnhöfen Umbauarbeiten durchgeführt. Die Bahnsteige in Schlanders, Laas und Spondinig wurden im Auftrag der STA - Südtiroler Transportstrukturen AG auf 125 Meter verlängert. An den Bahnhöfen in Laas und Spondinig wurden außerdem Unterführungen gebaut, um einen Zugang zu den Bahnsteigen zu ermöglichen. Am Bahnhof Laas wurde die Bahnpflasterung an den Ort angepasst, wobei – wie bereits 2005 – Laaser Marmorwürfel verwendet wurden. Außerdem wurde das taktile Leitsystem neu gestaltet. Bereits 2016 wurde der erste FLIRT-Zug so aufgerüstet, damit künftig auf dem Stromnetz der Vinschger Bahn mit 25 Kilovolt gefahren werden kann. Dieser Prototyp fährt nun seit Jänner 2017 in ganz Südtirol und ist der „Musterzug“ für alle folgenden Umbauten der Südtiroler FLIRT-Züge. Die Planungsarbeiten für die Verlängerung der Bahnsteige an weiteren Bahnhöfen und Haltestellen werden bis Ende 2017 abgeschlossen sein. Bereits weit gediehen sind auch die Planungsarbeiten für das Oberleitungssystem und die Signaltechnik. Die Planungsunterlagen werden nun beim Landesamt für Landschaftsplanung und Raumentwicklung zur Genehmigung eingereicht.

Die nächsten Schritte

Aufgrund mehrerer Arbeiten, die ab Jänner 2018 durchgeführt werden, wird die Vinschger Bahn auf der Teilstrecke Meran-Töll ab Montag, 2. Jänner, bis Sonntag, 18. März 2018 gesperrt. In der gesamten Zeit der Sperre steht ein Busersatzdienst bereit. Informationen werden rechtzeitig über die Webseite www.suedtirolmobil.info bekannt gegeben. Zwischen dem Bahnhof Töll bis nach Mals verkehrt die Vinschger Bahn planmäßig. Während des Zeitraums der Sperre soll eine Vielzahl von Arbeiten durchgeführt werden. So wird etwa der Bahnhof
Marling umgebaut, wobei auch hier die Bahnsteige auf 125 Meter zu verlängern sind. Außerdem wird ein Außenbahnsteig errichtet, der künftig durch die neu zu errichtende Unterführung zu erreichen ist. Gleichzeitig mit den Arbeiten am Bahnsteig wird der Marlinger Tunnel abgesenkt. Er wird mit einer festen Fahrbahn ausgerüstet, um Platz für die Oberleitung zu schaffen. Mit Hochdruck arbeitet die STA derzeit auch daran, gleichzeitig mit den Arbeiten in Marling ein weiteres wichtiges Vorhaben an der Haltestelle Algund realisieren zu können. Auch dort soll eine Unterführung errichtet werden, die den bisherigen Bahnübergang ersetzen wird. 

Weitere Vorhaben im Jahr 2018

Neben den Arbeiten am Bahnhof Marling und der Haltestelle Algund ist im Laufe des neuen Jahres noch die Umsetzung etlicher weiterer Projekte geplant, so etwa die Verlängerung aller Bahnsteige an den Bahnhöfen und Haltestellen entlang der Bahnlinie. Wie schon in Schlanders, Laas und Spondinig werden die Bahnsteige auf 125 Meter verlängert. Am Bahnhof Töll sind diese Maßnahmen nicht mehr notwendig, da die Bahnsteige bereits beim Umbau vor rund fünf Jahren vorausschauend auf 125 Meter verlängert wurden. Geplant ist 2018 auch die Erweiterung der Remise am Bahnhof Mals. Sie wird künftig 125 Meter lang sein und damit die Möglichkeit bieten, längere Züge geschützt abzustellen. Künftig werden am Bahnhof Mals nachts fünf Züge stehen. Ab April 2018 werden die ersten Elektrozüge umgebaut und mit dem neuen Strom- und Signalsystem ausgestattet. Pro Zug sind dafür rund vier Monate vorgesehen. Der Umbau erfolgt direkt beim Hersteller Stadler in der Schweiz. Jene Züge, die heuer gemeinsam mit Trenitalia angekauft wurden, sind bereits mit diesen Systemen ausgerüstet worden. 

Haltestelle Staben wird verschoben

Der Bahnhof „Schnalsthal“ wird für den Fahrgastdienst ausgebaut. Gleichzeitig wird die heutige Haltestelle an der Stabener Brücke aufgelassen. In Laas wird die Bahnstrecke auf einer Länge von 2 Kilometern im Abschnitt zwischen der Gadriabrücke und dem Bahnhof Laas begradigt. Diese bauliche Maßnahme macht es möglich, in diesem Abschnitt die Geschwindigkeit auf 100 km/h zu erhöhen und künftig einen Halbstundentakt auf der gesamten Strecke einzuhalten. Die Bauarbeiten entlang der Bahnstrecke (Verlängerung der Bahnsteige, Streckenausbau in Laas) sollen während einer Teilsperre in den Sommermonaten durchgeführt werden. In dieser Zeit verkehrt die Vinschger Bahn nur zwischen dem Meraner Bahnhof und dem Bahnhof Schlanders. Die Teilstrecke Schlanders-Mals wird dann gesperrt sein, wobei natürlich wieder ein Busersatzdienst eingerichtet wird. Nicht zuletzt werden im Jahr 2018 mehrere Ausschreibungen starten, u.a. für den Bau der Oberleitung und die Signaltechnik ERMTS. Es ist geplant, mit dem Bau der Oberleitung Mitte 2019 zu beginnen, wobei dann 1.500 Masten entlang der gesamten Strecke errichtet werden.

Josef Laner
Josef Laner

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