Elmar Luggin, Ulrich Veith, Stephan Leitner, Hansjürg Bollhalder, Raimund Rechenmacher und Arthur Gfrei beim Studium der „Terra sigillata“.
Referent Stephan Leitner, Archäologe, Geschäftsführer Bibliotheksverband
War so ein Mosaik auch in Mals zu finden? Ein Stück des grünen Marmors wurde am Pauli-Hof gefunden.

Ein Grieche im Oberen Vinschgau

Starb Chrysogonus beim Bau der Via Claudia Augusta?

Publiziert in 9 / 2026 - Erschienen am 5. Mai 2026

Schluderns - Die Frage hat der Archäologe Stephan Leitner im Vuseum in Schluderns nicht beantwortet, aber den „Grabstein der Rufina“ – Frau des Verstorbenen – als einen Hinweis auf die damalige Vernetzung der Römer im Vinschgau interpretiert. Es war ein Abend der Interpretationen, Vermutungen und Deutungen, aber auch der Beweisführung durch die vielen Fundstücke aus der frühesten Römerzeit im Vuseum. Vorgestellt wurde als Referent Stephan Leitner vom Koordinator der Obervinschger Museen Alexander Lutt. Man habe sich auf einer Radtour über die Via Claudia Augusta kennengelernt. Der hier erwähnte „Grabstein der Rufina“ sei schon 1736 auf einem Acker zwischen Mals und Laatsch gefunden worden, erklärte Leitner und legte zum Thema Vernetzung mit dem „Venusköpfchen von Mals“ nach. Da man aber auf keine Siedlung im Oberen Vinschgau stieß und demnach auf der „Tabula Peutingeriana“, der mittelalterlichen Abschrift einer römischen Straßenkarte, auch keine Siedlungsbezeichnung zu finden ist, erhärtete sich die Ansicht, dass man an der Steilstufe ab Mals vorwiegend Baulichkeiten zur Förderung und Erleichterung des Warenverkehrs errichtet hatte. Leitner fasste das unter dem Stichwort „Infrastruktur für Reisende“ zusammen und sah darin „räumlich unmittelbaren Bezug zu einer Straße“ mit Herberge für Reisende, mit Amtsräumen, Wohnräumen, Ställen, mit Schmiede, Badehaus und Heiligtum. Nach der allgemeinen Einleitung folgte eine detaillierte Vorstellung der Fundstellen auf dem Gelände des Paulihofes in Mals, bezogen auf erste Sondagen um 2009 und zwei Grabungskampagnen im Zuge eines Forschungsprojektes in den Jahren 2011 und 2012. Mit einem kurzen Einschub skizzierte der Vortragende die Zeit vor den Römern mit Fundstücken aus dem Einflussgebiet der Kelten. Nach ausführlicher Vorstellung aller fünf Grabungsphasen am Pauli-Hof, folgte eine intensive Begutachtung der Originalfundstücke im Keller des Vuseums. Leitner ging auf die  „Terra sigillata“ als mögliche Datierung ein und beeindruckte mit der namentlichen Auflistung der jeweiligen Handwerker, verstreut im römischen Gallien.

Günther Schöpf
Günther Schöpf

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