Haie: Verstehen, schützen, bewahren

Publiziert in 9 / 2026 - Erschienen am 5. Mai 2026

Schlanders - Auf den ersten Blick mag das Thema Haie kaum zu einer Bergregion passen – und doch fanden sich unlängst viele Interessierte im Kulturhaus von Schlanders ein, um in die faszinierende Welt der Haie einzutauchen. Die Sektion Tauchen des ASC Schlanders Raiffeisen hatte im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum 75-jährigen Jubiläum zu einem spannenden Informationsabend geladen. Als Referenten konnten Adi Huber sowie Hubert und Gabriela Futterknecht von Sharkproject Austria begrüßt werden. Sharkproject ist eine internationale, nicht gewinnorientierte Organisation, die sich dem Schutz von Haien und marinen Ökosystemen verschrieben hat. Ihr Ziel ist es, Haien eine Stimme zu geben und weltweit intakte Haipopulationen zu erhalten. Denn: Ohne Haie gibt es keine gesunden Meere – und ohne gesunde Meere keine Zukunft für den Menschen. Jeder zweite Atemzug, den wir machen, stammt aus dem Sauerstoff, den die Ozeane produzieren.

Keine blutrünstigen Monster

Den Mitgliedern der Tauchsektion liegen die Ozeane besonders am Herzen. Mit Veranstaltungen wie dieser möchten sie die Schönheit, aber auch die Verletzlichkeit der Meere ins Bewusstsein rücken. Ein zentrales Anliegen des Abends war es daher, mit gängigen Mythen aufzuräumen. Haie sind keine blutrünstigen Monster, sondern faszinierende und unverzichtbare Lebewesen. Als Spitzenprädatoren spielen sie eine entscheidende Rolle im marinen Ökosystem. Weltweit gibt es rund 450 Haiarten. Die faszinierenden Lebewesen können u.a. elektrische Impulse wahrnehmen, zum Beispiel die Herzschläge ihrer Beute. Trotz dieser beeindruckenden Eigenschaften sind Haie heute stark bedroht, allerdings nicht durch natürliche Feinde, sondern durch den Menschen.

Bedrohung durch den Menschen

Besonders drastisch ist das sogenannte „Finning“, bei welchem den Haien die Rückenflossen abgeschnitten werden, bevor man sie lebendig zurück ins Meer wirft, wo sie qualvoll verenden. Auch die Gewinnung von Squalen - einer öligen Substanz aus der Haileber, die unter anderem in Kosmetika und Nahrungsergänzungsmitteln Verwendung findet - trägt zur Bedrohung bei. Hinzu kommt der Beifang: Viele Haie sterben ungewollt in Fischernetzen, obwohl ihr Fleisch oft kaum verwertbar ist.

Ein weiterer Schwerpunkt des Abends lag darauf, Haie besser zu verstehen. Die Referenten vermittelten anschaulich, wie man Haien unter Wasser begegnet und ihr Verhalten richtig deutet. Die freiwilligen Spenden des Abends kommen verschiedenen Projekten von Sharkproject zugute. Abschließend wurde auf das Jubiläumsfest des ASC Schlanders Raiffeisen hingewiesen, das am 4. Juli in der Matscher Au stattfindet und bei dem sich alle Sektionen des Vereins mit einem Erlebnisparcours in der Sportzone präsentieren werden.

Redaktion

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